FAQs & Glossar (Community)


Hier findest Du die von der Sehnsucht und Hunger • EssentialCore - Community gestellten Fragen, auf Neudeutsch, kurz FAQ (Frequently Asked Questions). Dies sind Grundsatzfragen, die von der Community immer wieder gestellt werden und daher auch für Deinen Heilungsweg von Nutzen sein können.


Der psychische Bereich eines Menschen, der sich „unterhalb“ des biografischen Schutzprogramms befindet und dadurch nicht aus der Haltung des geliebten Kindes heraus erreichbar ist. Nur die innere Prozessbegleitung kann in dieses Gebiet eintreten. Im Hoheitsgebiet befindet sich die Urwunde. Das Ziel des Schutzprogramms ist es, den Kontakt zum Hoheitsgebiet zu vermeiden.

Ein Buddy ist eine Übungspartner*in, die Dir auf Deinem Heilungsweg liebevoll und konsequent beisteht.

Mithilfe der EssentialCore • Sehnsucht und Hunger - Übungen unterstützt Dich ein (oder mehrere) Buddy(s) dabei, Deine innere Aufmerksamkeit Dir selbst gegenüber zu erhöhen und Deine Prozessbegleitung aufzubauen. Dies geschieht sowohl im direkten als auch im indirekten Kontakt: per Telefon, Anrufbeantworter, Mailbox, E-Mail oder SMS.

Durch das gemeinsame Üben hilft Dir Dein Buddy dabei, zu lernen, wie Du Dich selbst emotional begleitest – was den Kern des EC • SuH - Weges ausmacht.

Ziel ist es auch, inneren Verführern („Ich habe keine Lust!“, „Ich habe keine Zeit!“ usw.) weniger Macht zu geben. Die Unterstützung muss nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber den aufkommenden Emotionsfiguren durch die Buddy-Arbeit zu begegnen, ist auf dem Heilungsweg äußerst wichtig.

Da eine Buddyschaft auch herausfordernd sein kann, lies Dir bitte auch die detaillierteren Informationen dazu auf der Website unter der Rubrik „Buddy-Arbeit“ durch.

Für eine intensive und konsequente Verfolgung Deines Heilungsweges ist eine gute Unterstützungsstruktur unerlässlich.

Sie hilft Dir, das Autopilot-Programm des Alltages zu stoppen und innezuhalten. Oftmals laufen Prozesse unbewusst, fast schon automatisch, in uns ab; sie ziehen dann immer wiederkehrende Handlungen (z. B. Essanfälle) nach sich. Die Emotionsfiguren (Diktator/Kritiker/Verführer/v. i. K.) dieser Prozesse können Dir beim Innehalten bewusster werden, so kannst Du sie begleiten und Dich von ihnen entidentifizieren.

Die Unterstützungsstruktur kann sich aus mehreren Elementen zusammensetzen – z. B. aus:

  • Buddy-Arbeit (siehe: „Was ist ein Buddy und was macht Buddy-Arbeit aus?“)
  • Sprachaufnahmen
  • Führen eines Gefühls- und Emotions-Tagebuch
  • Eigene feste und regelmäßige Übungstermine
  • Anwenden der Grundtools 

Ein Gefühl und eine Emotion unterscheiden sich bei Sehnsucht und Hunger und EssentialCore auf folgende Weise: Ein Gefühl kommt nur für kurze Zeit in uns auf, während eine Emotion zum verlassenen inneren Kind gehört und dadurch auch länger für uns spürbar sein kann.

Die sechs Grundgefühle sind: Freude, Wut, Angst, Traurigkeit, Scham und Ekel.

Die fünf Grundemotionen sind: Wut, Angst, Traurigkeit, Scham und Ekel.

Die Freude fehlt bei den Grundemotionen, da es sich bei den Emotionen um Spannungen des verlassenen inneren Kindes handelt.

Alle Gefühle und Emotionen und die damit verbundenen Spannungen, die im Laufe des Tages auftauchen, lassen sich auf diese sechs Grundgefühle / fünf Grundemotionen zurückführen.

Um Heilung zu erfahren, ist es notwendig, alle Ebenen einzubeziehen, auf denen ein Symptom oder ein Problem entstanden ist.

Als Menschen sind wir immer auf verschiedenen Ebenen präsent:

  • der geistigen
  • der mentalen
  • der emotionalen 
  • und der physischen (körperlichen) Ebene

Zur geistigen Ebene gehört das Erleben einer inneren Präsenz, die uns spüren lässt, dass wir mehr sind als unser Körper, unsere Gedanken und Emotionen. Diese Präsenz ermöglicht das Wahrnehmen unseres Selbst, von anderen und der Welt von einer übergeordneten Ebene aus. Oftmals geht sie mit transpersonalen Erlebnissen einher, zum Beispiel mit spirituellen oder religiösen Einheitserfahrungen. Wer schon tiefere Erfahrungen mit Achtsamkeitsübungen oder mit speziellen Formen der Meditation sammeln konnte, kennt diese Ebene, die über das persönliche Ich-Empfinden hinausgeht.

Zur mentalen Ebene gehören unsere Gedanken und Überzeugungen sowie unsere Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, sowie logisch und analytisch zu denken. Auch unser Vermögen, innere Bilder zu sehen, gehört zu dieser Ebene.

Zur emotionalen Ebene gehört alles, was wir im Hinblick auf unsere Emotionen und Gefühle wahrnehmen, zum Beispiel Angst, Wut, Traurigkeit usw. Auch innere Atmosphären zählen dazu. So könnte bei einer Traurigkeit zusätzlich die Atmosphäre von Einsamkeit zu spüren sein.

Zur physischen Ebene gehören alle Empfindungen, die wir in unserem physischen Körper wahrnehmen können – zum Beispiel heiß oder kalt, Druck auf der Brust, eine entspannte oder angespannte Muskulatur, eine flache oder tiefe Atmung usw.

Diese vier Ebenen sind den meisten Menschen in ihrem Ausmaß und Zusammenwirken nicht bewusst. Aber erst das Erkennen und das Erfahren dieses Zusammenwirkens ist Voraussetzung für einen selbstbestimmten und freien Umgang mit sich selbst.

Auch wenn wir es nicht bewusst wahrnehmen, zeigt sich jedes Symptom und jedes schwerwiegende Problem immer auf allen Ebenen. Da in unserer Gesellschaft der Schwerpunkt auf dem Denken und Erkennen liegt, also auf der mentalen Ebene, vergessen wir bei der Annäherung an ein Symptom oder an ein Problem oft das Einbeziehen der anderen Ebenen. Wir sind es gewohnt, die Ebenen voneinander zu trennen.

EssentialCore • Sehnsucht und Hunger basiert auf der von Maria Sanchez entwickelten (Selbst)Therapie. Sie bietet neue Möglichkeiten, das grundlegende und fundierte Vertrauen in sich zurückzuerlangen und zu erfahren, dass in jedem Problem gleichzeitig immer auch seine Lösung liegt.

Bewusst oder unbewusst als schmerzlich oder störend empfundene Zustände (Emotionssspannungen), bei denen bisher versucht wurde, sie über das Essen oder andere Mittel oder Handlungen abzudämpfen, können durch die emotionale Selbstbegleitung von EssentialCore • Sehnsucht und Hunger heilsam begegnet werden. Die Folge ist eine spürbare emotionale Nachreifung und damit Entfaltung der eigenen Persönlichkeit – die Entfaltung des Wesenskerns.

  • Säule 1: Die Wahrnehmung des inneren Körpers
Mithilfe der verschiedenen EssentialCore • Sehnsucht und Hunger - Körperübungen wird die Wahrnehmung für den inneren Körper gesteigert. Dies ist die Voraussetzung, um inneren Prozessen folgen zu können.

  • Säule 2: Das Erkennen von Emotionsfiguren
Diese Säule beinhaltet das Aufdecken von einschränkenden Glaubenssätzen/Konditionierungen und Emotionen. Sie dient dazu, das konditionierte Kind (Diktator, Kritiker, Verführer) und das verlassene innere Kind wahrnehmen zu können. Sie ist die Grundlage für die 3. Säule.

  • Säule 3: Das innere Begleiten von Emotionsfiguren
Einer Emotion oder einer Konditionierung wird eine so genannte Emotionsfigur zugeordnet. Gezielte Übungen (z. B. die Kanalübung II) führen zu einer emotionalen Selbstermächtigung und damit zum Nachreifen der in unser Biografie verwundeten Psyche. Erst dadurch können wir unser tiefes Potential tatsächlich leben (wer wir in der Tiefe sind).

  • Säule 4: Änderung des Verhaltens
Zur Auflösung kompensatorischer Verhaltensmuster werden damit einhergehende Emotionsfiguren-Dynamiken erkannt. Auf diese Weise können wir ihnen anders als bisher begegnen.

  • Säule 5: Aufbau der „inneren Prozessbegleiter*in“
Durch das Vertrautwerden mit den ersten vier Säulen und durch spezielle Übungen zur ganzheitlicheren Schulung unseres Bewusstseins entwickelt sich eine innere Instanz, die den eigenen Lebensprozess liebevoll begleitet und unterstützt: Die „innere Prozessbegleitung“. Diese innere Instanz ist nicht in unser biografisches Schutzprogramm verstrickt. Sie ist das zentrale Element bei der emotionalen Selbstbegleitung. Die Entwicklung dieser Säule ermöglicht die Heilung unserer biografischen Verwundungen.

Die Arbeit mit den 5 Säulen verläuft nicht chronologisch entsprechend der Nummerierungen. Alle greifen ineinander und stellen Bereiche dar, die uns jederzeit zur Verfügung stehen.

Konditionierungen sind innere Glaubenssätze, die es uns ermöglichen, uns an die Welt anzupassen, in die wir hineingeboren werden. Sie betreffen nicht nur die Erziehung, sondern auch alle bewussten und unbewussten Reize, die ein Kind aufnimmt und nach denen es beginnt, sein Verhalten auszurichten und zu steuern.

Es gibt Konditionierungen für das Verhalten in Gruppen, von zwei Personen bis hin zur ganzen Gesellschaft. Und es gibt Konditionierungen, die nur die eigene Person betreffen.

Jedes Miteinander von Menschen unterliegt Verhaltensregeln und somit Konditionierungen, also Glaubenssätzen, die diese Verhaltensregeln stützen.

Konditionierungen können positiv sein, also uns fördern, oder auch negativ, also einschränkend.

Gesellschaftliche Konditionierungen variieren von Land zu Land und von Kultur zu Kultur. Einige benötigen wir, um ein Leben miteinander zu ermöglichen. Andere brauchen wir nicht, sie sind aber dennoch vorhanden und bedürfen einer Überprüfung.

So ist beispielsweise eine sinnvolle gesellschaftliche Konditionierung für Deutschland, dass wir beim Autofahren an einer roten Ampel halten. Der Glaubenssatz „Bei Rot musst Du anhalten!“ hat in unserem Land für das Miteinander einen Sinn.

In anderen Ländern kann dies anders sein. Nehmen wir zum Beispiel Italien: Dort gilt dieser Glaubenssatz nicht in der strikten Befehlsform, sondern wird ersetzt durch den Glaubenssatz „Schau bei Rot, ob die Straße frei ist, und wenn sie frei ist, dann fahr!“ Würden wir in Italien unserer strengen deutschen gesellschaftlichen Konditionierung bezüglich der roten Ampeln folgen, wären so manche Italiener vermutlich irritiert.

Als Kind passen wir unser Verhalten den Konditionierungen an, die in unserer Familie und in unserem Umfeld herrschen, und verhalten uns ihnen gemäß. Schließlich sind wir von unserer Familie und unserem Umfeld abhängig und könnten ohne Zuwendung und Fürsorge nicht überleben. Durch unsere – bewusste oder unbewusste – Anpassung versuchen wir, Liebe zu bekommen und negative Erfahrungen zu vermeiden.

Am Anfang unseres Lebens haben wir keine andere Wahl, als uns dem Umfeld, den Konditionierungen unserer Familie und der Gesellschaft, in der wir leben, ungefragt anzupassen.

Wir müssen körperlich und emotional überleben und dieses Überlebensziel steht vom Wert her höher als die Entfaltung unserer selbst (Wesenskern/inneres Kind). Dies ist die Geburtsstunde unserer Diktatoren.

Das Wertesystem unserer inneren Diktatoren besteht aus Konditionierungen, die dem Wertesystem unseres kindlichen Umfeldes entsprechen. Um körperlich und emotional zu überleben, ist dies am Anfang unseres Lebens sehr sinnvoll. Das Wertesystem der inneren Diktatoren und somit seine innewohnenden Konditionierungen unterliegen dem Hauptleitsatz „Pass Dich an und überlebe!“.

Kritiker und Verführer sorgen durch entsprechende Konditionierungen dafür, dass das Wertesystem des Diktators eingehalten wird. Ein Beispiel: Wir sind durch den Diktator „Du musst schlank sein!“ konditioniert und unser Kritiker muss dafür sorgen, dass das Wertesystem des Diktators eingehalten wird. Er tut dies durch Abwertung und die entsprechende Konditionierung: „Wie kannst Du nur so dick sein! Du bist hässlich und fett und nicht liebenswert. Niemand will Dich!“.

Als Erwachsene sind wir nicht mehr von unserem Umfeld in dieser Form abhängig. Wollen wir nicht nur emotional überleben, sondern tatsächlich leben, müssen wir beginnen, das Wertesystem unserer inneren Diktatoren, also das Geflecht von Konditionierungen, in Frage zu stellen und zu überprüfen. Wenn wir dies tun, sind wir nicht mehr länger ein durch den Diktator gesteuerter „Roboter“, der das Ziel hat, sich dem Wertesystem des Diktators anzupassen, sondern beginnen, zu spüren, welche Konditionierung sinnvoll ist (für uns förderlich) und welche nicht (uns einschränkt).

Mithilfe der Übung „Das Hinterfragen“ stellen wir unsere inneren Diktatoren, Kritiker und Verführer in Frage und überprüfen ihre Konditionierungen. Dadurch können wir die Konditionierungen auflösen und den Emotionsfiguren nach und nach die Macht nehmen. Die Diktatoren werden durch die Prozessbegleiter*in ersetzt. Wir entscheiden, welche Glaubenssätze für uns förderlich sind und welche nicht. Das beginnt bei gesellschaftlichen Konditionierungen, dem auch unsere inneren Diktatoren folgen, zum Beispiel dem Frauenbild, das durch viele Frauenzeitschriften noch immer vertreten wird, und reicht zu Glaubenssätzen, die durch unsere Biografie entstanden sind, z. B. „Das Leben ist ein Kampf!“.

Haben wir beispielsweise einen Diktator, der meint, wir müssten schlank sein, um Liebe zu erhalten und uns dadurch wohl fühlen zu können, können wir sein Wertesystem durch die Übung „Das Hinterfragen“ entlarven und ihn durch unsere Prozessbegleitung ersetzen. Die Prozessbegleitung wird unser Aussehen nicht an Liebe knüpfen und unseren menschlichen Wert nicht davon abhängig machen, ob wir dick oder dünn sind. Sie wird uns helfen, uns in uns selbst wohl zu fühlen und somit in unser Wohlfühlgewicht zu kommen.

Vielleicht werden wir spüren, dass wir uns durch Sport und weniger Gewicht in einem schlankeren Körper wohler fühlen, aber im Gegensatz zum Diktator beruht der Antrieb durch die Prozessbegleitung auf einer inneren Liebe. In der Prozessbegleitung fühlen wir uns nicht abhängig von anderen Menschen. Das Ziel ist, dass wir uns in uns selbst wohler fühlen, dass wir uns liebevoll begegnen und nicht einer äußeren Form entsprechen, um dadurch Liebe zu erhalten.

Der Unterschied zwischen dem Antrieb der Prozessbegleitung und Antrieb des Diktators kann größer kaum sein. Bei der Prozessbegleitung ist ein Fülledenken (Du entfaltest Deinen Wesenskern) der Antrieb, beim Diktator ein Mangeldenken (Du hast nicht genug Liebe und musst versuchen, sie durch Anpassung an das Außen zu finden).

Auf dem Weg zur Entfaltung unseres Selbst lösen wir die Konditionierung des Diktators auf und ersetzen diese durch Glaubenssätze der Prozessbegleitung, wie zum Beispiel „Ich spüre mich und meinen Körper und handle in Liebe für mich!“ oder „Ich bin wachsam und spüre meine Diktatoren auf!“ oder wenn Du beispielsweise fühlst, dass Dir morgens Zeit mit Dir gut tut: „Ich muss dafür sorgen, dass ich morgens Zeit für mich organisiere!“.

Die positiven Konditionierungen, die uns in unserem Wachstum fördern, sind diejenigen, die wir bewusst aus der Prozessbegleitung heraus für uns entstehen lassen.

Konditionierungen sind überall. Es gilt, sie uns bewusst zu machen und zu überprüfen, ob sie unserem inneren Wachstum nützen oder nicht.

Die Prozessbegleitung (kurz „PB“ genannt) ist eine liebevolle Instanz in uns, die nicht mit den Emotionsfiguren (Diktator, Kritiker, Verführer und verlassenes inneres Kind (kurz „v. i. K.“ genannt)) identifiziert ist. Deshalb kann die PB erfühlen und erkennen, was in der jeweiligen Situation zu tun ist und was unserem Wachstum dient.

Sie umfasst die vier anderen Säulen:

  • die Arbeit mit dem inneren Körper
  • einschränkende Glaubenssätze erkennen und auflösen
  • die Arbeit mit inneren Emotionsfiguren
  • die Änderung von Gewohnheiten (Verhalten)

und ermöglicht, dass wir unser Potenzial (unseren Wesenskern) entfalten.

Sie ist eine geerdete, wahrnehmbare Erfahrung.

Werde ich von Menschen gefragt, was ich mit der liebevollen Instanz meine, ist es nicht einfach, dieses zu beantworten – denn erst, wenn wir mit ihr in Kontakt kommen, wird sie für uns wirklich erfahrbar und wir können sie begreifen. Wenn Du am Ende der EssentialCore • Sehnsucht und Hunger - Übungen eine Ruhe und Weite in Dir spürst, ist dies das Gefühl, von dem ich in Zusammenhang mit der PB spreche. Es ist der schöne Zustand des Beisich-Seins.

Da für mich der Aufbau dieser Instanz elementar ist, habe ich ihr im Laufe der Zeit eine eigene Säule zugeschrieben. Erst dadurch, dass wir nicht mehr das Gefühl haben, einer Situation hilflos gegenüberzustehen oder ihr ausgeliefert zu sein, ändert sich etwas Grundlegendes: Wir spüren in uns einen inneren Halt, eine innere Begleitung. Unser Vertrauen in den eigenen Lebensweg wächst. Dadurch entsteht eine zunehmende innere Freiheit und Ruhe. Wir kommen mehr und mehr in Kontakt mit dem, was ich Urvertrauen nenne. Dadurch verändern sich mit der Zeit unser Blickwinkel und unser Gefühl für Situationen.

Die innere PB ist mehr als nur die Metaebene. Sie schließt die Metaebene mit ein, reicht aber weit über sie hinaus. Als übergeordnete Sichtweise beschränkt sich die Metaebene auf das Erkennen und Analysieren von Zusammenhängen, dagegen umfasst die PB sowohl die mentale Ebene als auch die körperliche und emotionale. Anders als bei der Metaebene wird eine Situation über das Rationale hinaus in Übereinstimmung mit dem eigenen Wesenskern auf allen Ebenen durchdrungen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, wir müssen eine Entscheidung treffen. Wenn wir dafür nur die Metaebene zu Hilfe nehmen, erkennen und verstehen wir die Situation. Wir wägen auf der rationalen Ebene das Für und Wider ab, um uns dann für eine Seite zu entscheiden. Rational sind wir jedoch oftmals durch einschränkende Glaubenssätze (Emotionsfiguren) beeinflusst. Sätze wie „Geh lieber auf Nummer sicher!“ können uns in unserer Entscheidung erheblich beeinflussen. Dadurch besteht die Gefahr, eine Entscheidung entsprechend dieser einschränkenden Glaubenssätze zu treffen. Dies dient nicht immer unserem Wachstum und emotionalen Wohl.

Durch das Ausbilden unserer PB können wir die Situation umfassender erkennen, analysieren und ihr einen gleichwertigen Pol gegenüberstellen: unseren Körper.

Erst wenn wir beide Ebenen einbeziehen, die rationale und die körperliche, können wir Entscheidungen treffen, die in tiefer Übereinstimmung mit uns selbst liegen.

Wir erleben, dass wir mehr sind als unsere Emotionen und mehr als unsere Biografie. Die „negativen“ Gefühle ängstigen uns im Verlauf dieses Prozesses immer weniger. Das Leben wird sehr viel leichter, wenn wir diese fördernde Instanz in uns aufbauen. Durch die PB fühlen wir uns lebendiger und empfinden unseren Werdegang eher als spannendes Abenteuer, das wir meistern können. Wir können uns in Situationen helfen. Wir beginnen von uns selbst zu lernen und den inneren Diktator oder Kritiker Schritt für Schritt zu entmachten. So kann sich unser Wesenskern mehr und mehr entfalten.

Die PB tritt in unterschiedlichen Aspekten auf: So sind beispielsweise die innere Anwält*in bei der Übung „Das Hinterfragen“ oder auch die nährende Mutter/der nährende Vater ein Teil von ihr.

Sowohl die Figur der Anwält*in als auch die Figur des nährenden Elternteils hilft uns, eine Lobby für das v. i. K. in uns aufzubauen. Ohne diese Lobby bleiben wir in unserer Biografie gefangen. Das bedeutet, dass innere Diktatoren und Kritiker unser Leben maßgeblich bestimmen (Autopilotprogramm). Bei emotionalen Esser*innen sind unkontrolliertes Essen und das Gefühl, den Essanfällen hilflos ausgeliefert zu sein, die Folge. Durch die PB steigen wir aus dem Autopilotprogramm aus und nehmen das Steuer wieder selbst in die Hand.

Wenn sich die Prozessbegleitung die Gefühle und Gedanken des inneren Kindes angehört hat, entscheidet sie, wie und was sie jetzt für dieses Kind tun kann. Braucht dieses Kind in dem Moment eine nährende Mutter/einen nährenden Vater, damit es seine Bedürfnisse (z. B. Gehaltenwerden) leben kann oder braucht es eine Anwält*in, weil das v. i. K. von einem Diktator oder Kritiker angegriffen wird? Die PB spürt, was für Dein inneres Kind (Deinen Wesenskern) in der jeweiligen Situation notwendig ist. Sie erfühlt und erkennt dies durch Zuhilfenahme aller Ebenen und steht Dir für die Umsetzung der inneren Bedürfnisse liebevoll zur Seite.

Der Wesenskern ist das Innerste eines jeden Menschen. Er steht für die Seele, die Bestimmung eines Menschen, für das Unzerstörbare und die Nähe zu einem höheren Bewusstsein. Welchen Begriff man auch wählt, das Bewusstwerden und das Leben gemäß des eigenen Wesenskerns ist ein natürliches Recht jedes Menschen, weil nur dann das Potential voll gelebt und somit Erfüllung erfahren wird.

Kanäle sind Leitungsbahnen für Signale aus der Umwelt und aus dem Körper. Sie sorgen dafür, dass äußere und innere Informationen / bewusste bzw. bisher unbewusste Informationen uns erreichen.

Einige Kanäle entsprechen unseren Sinnen. Manche Kanäle gibt es sowohl im Inneren als auch im Äußeren, andere erreichen uns nur über das Innere oder nur über das Äußere.

Bei EssentialCore • Sehnsucht und Hunger  unterscheiden wir zehn Kanäle.

Diese sind:

  • Gedankenkanal: zeigt sich über unsere Gedanken
  • Bildkanal: zeigt sich über das, was wir sehen – sowohl in der Außenwelt als auch vor unserem inneren Auge
  • Hörkanal: zeigt sich über das, was wir hören – sowohl innen als auch außen
  • Spürkanal: zeigt sich über das, was wir empfinden – Körperempfindung und innere Atmosphären, wie beispielsweise Angst, Traurigkeit, Wut
  • Bewegungskanal: zeigt sich über Bewegungen
  • Riechkanal: zeigt sich über das, was wir riechen
  • Geschmackskanal: zeigt sich über das, was wir schmecken

Darüber hinaus gibt es noch den:

  • Traumkanal: zeigt sich über Traumfiguren
  • Beziehungskanal: Aufnahme von Informationen, die mit einem Gegenüber zu tun haben
  • Weltkanal: Aufnahme von Informationen, die über die Welt wahrgenommen werden

Die Sprachaufnahme  ist ein sehr wirkungsvolles Tool, um in Echtzeit (also nicht nur in der Rückschau) in Kontakt mit den Persönlichkeitsseiten zu kommen, die in direktem Kontakt zum psychischen / psychosomatischen Symptom stehen.

Die Sprachaufnahme hat zwei Ausrichtungen:

Die horizontale Sprachaufnahme und die vertikale Sprachaufnahme.

Im folgenden findest Du Informationen zur Anwendung der Sprachaufnahme bei "Sehnsucht und Hunger" und weiter unten im Text bei "EssentialCore".

Bei "Sehnsucht und Hunger" dient die Sprachaufnahme dazu:

  •  die Essdruck-Fixierung durch das laute Aussprechen von dem, was gerade wahrnehmbar ist, zu lockern. Die horizontale Sprachaufnahme hilft Dir, in der PB zu sein, statt Deine Präsenz an eine Emotionsfigur zu verlieren.  So erhältst Du die Möglichkeit, Dich von der Dynamik der essen wollenden Emotionsfiguren zu entidentifizieren und Dir somit eine neue Handlungsalternative zu ermöglichen.

  • dem verlassenen inneren Kind (v. i. K.), das nur das Essen als „Hilfe“ kennt, durch die Präsenz der PB eine neue Erfahrung des Da-sein-dürfens zu ermöglichen. Dies schließt sowohl die wichtige neue Erfahrung des „erlaubten begleiteten Essens“ im Gegensatz zum „Freischein-Essen“ ein, als auch die Erfahrung des "begleiteten Nicht-Essens".

In der Regel ist die horizontale Sprachaufnahme bei den meisten Betroffenen der Einstieg in die Begleitung ihrer selbst am Essen entlang mithilfe einer Sprachaufnahme.


Die vertikale Sprachaufnahme:
Sie dient dazu, die biografische Wurzel des Essdrucks tiefer zu erkunden und mithilfe der "Kanalübung II" zu begleiten. So kann sich die unbefriedete Vergangenheit Schritt für Schritt befrieden und die Kopplung von Essen und Emotionen in der Tiefe lösen.

Anleitung:

Eine Sprachaufnahme kann bei Essdruck vor dem Essen oder während des Essens gemacht werden.

  • Während des Essens: Nimm Dich bei körperlichem Hunger auf, wenn Du spürst, dass gleichzeitig auch ein Essdruck vorhanden ist. Du kannst die Aufnahme auch bei Essdruck ohne körperlichen Hunger durchführen. Beides kann Dir wertvolle Informationen geben. Deshalb empfehle ich Dir, Dich in beiden Situationen zu erfahren. Sprich laut aus, was in Dir vor sich geht. Achte bitte darauf, dass Du keine Kanäle vergisst.
  • Vor dem Essen: Starte Deine Sprachaufnahme und sage laut, was in Deinem Inneren vor sich geht. Du brauchst nicht chronologisch alle Kanäle durchzugehen. Mach es so, wie es für Dich stimmig ist. Achte nur bitte darauf, dass Du grundsätzlich keine Kanäle vergisst, damit Dich Dein Schutzprogramm nicht unbemerkt „aus der Kurve wirft“ – auch wenn manche Kanäle an manchen Tagen bestimmt sehr stark präsent sind. Es geht immer darum, den für Dich passenden kleinsten Schritt zu finden!


Wichtig!
Während einer Sprachaufnahme gilt es beim Entdecken der EF, die emotional essen möchte, den Essensvorgang immer wieder kurz zu unterbrechen. Dies bedeutet nicht (!), dass nicht nach der Unterbrechung weitergegessen werden kann. Es geht nicht um ein Verbot! Vielmehr bedeutet es, dass durch das Innehalten die EF-Dynamik, die durch das Essen sicht- und fühlbar wird, erst einmal erkundet werden kann. Manchmal kann sich dadurch eine Anspannung so lösen, sodass es keinen Impuls mehr gibt, weiter essen zu wollen. Manchmal glaubt das v.i.K. jedoch, dass ihm das Essen weggenommen wird und dann braucht es die Erfahrung, dass es weiteressen darf. Dieses v. i. K. kannst Du nur erkunden, wenn es keine Verbote gibt. Vorsicht! Dies ist kein Freischein! Die PB begleitet durch die horizontale Sprachaufnahme weiterhin auch dieses Kind.


Bei "EssentialCore" dient die Sprachaufnahme dazu:

  • die Identifikation mit einem v.i.K. (z.B. das v.i.K., das sich über die „Depression“ ausdrückt) durch das laute Aussprechen von dem, was gerade wahrnehmbar ist, zu lockern. Die horizontale Sprachaufnahme hilft Dir, in der PB zu sein, statt Deine Präsenz an eine Emotionsfigur zu verlieren. So erhältst Du die Möglichkeit, Dich von der Dynamik der Emotionsfiguren zu entidentifizieren und Dir somit eine neue Handlungsalternative zu ermöglichen.
  • dem verlassenen inneren Kind (v. i. K.), das nur das Symptom als „Ausdruckbühne“ kennt, durch die Präsenz der PB eine neue Erfahrung des Da-sein-dürfens zu ermöglichen.

In der Regel ist die horizontale Sprachaufnahme bei den meisten Betroffenen der Einstieg in die Begleitung ihrer selbst mithilfe einer Sprachaufnahme.


Die vertikale Sprachaufnahme:
Sie dient dazu, die biografische Wurzel des Symptoms tiefer zu erkunden und mithilfe der "Kanalübung II" zu begleiten. So kann sich die unbefriedete Vergangenheit Schritt für Schritt befrieden und das Ineinandergreifen vom psychischen (auch psycho-somatischen) Symptom (z.B. Schlafstörung) und den daran gebundenen Emotionen (v.i.K.) in der Tiefe lösen.

Anleitung:

Eine Sprachaufnahme kann beim Aufkommen des wiederkehrenden Leid bringenden Symptoms durchgeführt werden.

  • Sprich einfach laut aus, was in Dir vor sich geht. Du brauchst nicht chronologisch alle Kanäle durchgehen. Mach es so, wie es für Dich stimmig ist. Achte nur bitte darauf, dass Du grundsätzlich keine Kanäle vergisst, damit Dich Dein Schutzprogramm nicht unbemerkt „aus der Kurve wirft“, auch wenn manche Kanäle an manchen Tagen bestimmt sehr stark präsent sind. Es geht immer darum, den für Dich passenden kleinsten Schritt zu finden!







**Ein aufkommender emotionaler Essdruck gibt Dir die Möglichkeit, die Emotionsfiguren (Diktator/Kritiker/Verführer und das verlassene innere Kind), die den Essdruck auslösen, zu entdecken und zu prozessieren. Falls es Dir nicht gelingt, den Essdruck direkt zu prozessieren, hast Du die Chance, Dich während und nach dem Essanfall um Dein verlassenes inneres Kind zu kümmern. Kein Essanfall ist umsonst, wenn wir von ihm lernen!**

Das 3-Chancen-Modell

  • 1. Chance: VOR dem Essanfall
    Welche Emotionsfigur (Diktator/Kritiker/Verführer/v. i. K.) nimmst Du hauptsächlich wahr? Nun hast Du verschiedene Möglichkeiten: Der schnellste Weg, den Essdruck zu prozessieren, ist das Verkörpern. Verkörpere Dein v. i. K. ein paar Minuten lang. Darüber hinaus kannst Du natürlich auch jede andere SuH-Übung machen oder in einen liebevollen Dialog mit Deinem v. i. K. gehen.

  • 2. Chance: WÄHREND des Essanfalls
    Wenn Du bereits im emotionalen Essen bist, setze Dich bitte hin und versuche, das Essen so intensiv wie möglich zu genießen. Benutze die Grundtools, um Dein Essen zu entschleunigen. Gern kannst Du auch eine horizontale Sprachaufnahme machen, um Deine Prozessbegleitung „an Bord zu haben“. Denn das Wichtigste ist: Lass Liebe nicht den Raum verlassen! Informationen dazu findest Du oben in der Navigationsleiste unter „Community“ im Untermenü „Sprachaufnahmen“. Unterbrich das Essen, sobald es Dir möglich ist. Bitte mache Dir immer wieder deutlich, dass die zweite Chance nicht bedeutet, mit dem Essen aufhören zu müssen. Vielmehr geht es um den Kontakt / die Begleitung zur essen wollenden Seite in Dir.

  • 3. Chance: NACH dem Essanfall
    Jetzt brauchst Du Dich mehr denn je, denn die Bedürfnisse Deines verlassenen inneren Kindes bleiben trotz des emotionalen Essens bestehen. Du kannst sofort oder auch Tage nach dem Essanfall in einer Rückschau zurückgehen und die involvierten Emotionsfiguren erforschen, die Dich zum Essen geführt haben. Mithilfe der SuH-Übungen kannst Du diese Emotionsfiguren auch im Nachhinein prozessieren.

Frage **vor jedem** Essen, also bei emotionalem und bei körperlichem Hunger, folgende Punkte ab:

  1. Hungerskala
  2. Essdruckskala
  3. Wie geht es mir (ist ein v. i. K. da)?
  4. Was erhoffe ich mir vom Essen/Wie möchte ich mich durch das Essen fühlen?
  5. Was summt für mich seelisch?
  6. Was kann ich tun?
  7. NUR bei KÖRPERLICHEM Hunger: Was summt / was winkt (70/30 Richtlinie)?

Wichtig: Erst Schritt 6 erfüllen, bevor Schritt 7 abgefragt wird!

Lege Dir für die Übung zu einer Mahlzeit etwas zum Schreiben zur Seite.

Dann beginnst Du zu essen.

Lege nach jedem Bissen Dein Besteck oder das Nahrungsmittel, welches Du in der Hand hast, aus der Hand, lehne Dich zum Kauen ein Stück zurück und versuche Deine Mahlzeit so stark wie möglich zu genießen:

  • Wie schmeckt der Bissen, den Du im Mund hast?
  • Verändert sich der Geschmack während des Kauens?

Da Genuss etwas mit Entschleunigung zu tun hat, nimm Dir bitte Zeit zum Schmecken. Hierbei geht es nicht darum, eine Regel des langsamen Essens zu befolgen. Das würde nur wieder einem weiteren inneren Diktator dienen. 

Vielmehr geht es darum, durch die Verlangsamung mitbekommen zu können, welche Emotionsfiguren (Diktator, Verführer, Kritiker, verlassenes inneres Kind) gerade präsent sind, sodass Du durch sie Dein Essen nicht vollständig genießen kannst.

Notiere Dir die jeweilige Emotionsfigur und schreibe die Sätze auf, die sie sagt. So könnte ein verlassenes inneres Kind beispielsweise sagen: „Ich kriege nicht genug! Ich brauche mehr!“ oder ein Diktator könnte sagt: „Nun beeil Dich mal! Du hast keine Zeit, Du musst zurück zur Arbeit!“ usw.

Werde Dir gewahr, wie die Emotionsfiguren präsent sind und Deinen Genuss beeinflussen. 

  • Wenn Du alleine bist, sprich mit den Figuren laut.
  • Wenn Du nicht alleine bist, sage es innerlich oder schreibe es auf. 
Durch diese Übung kann Dir die Kopplung zwischen Essen und Emotionen immer bewusster werden.

Ursprünglich* beschreibt der Begriff „summendes oder winkendes Nahrungsmittel“ den Unterschied zwischen Lebensmitteln, die aufgrund ihrer Farbe, ihres Geruchs oder ihrer Verpackung zum Essen verleiten (winkende Nahrungsmittel) und Lebensmitteln, die wir ohne äußere Lockmittel essen wollen (summend).

Bei Sehnsucht und Hunger werden die Begriffe etwas anders verwendet: 

  • Summende Lebensmittel stehen hier für Nahrungsmittel, die dem individuellen Ernährungsinstinkt entsprechen. 
  • Winkende Nahrungsmittel stehen für Lebensmittel, die wir aus emotionalen Gründen essen wollen.

* Der Begriff stammt aus dem Buch „Die Psychodiät“ von Leonard Pearson, Lillian R. Pearson.

Die Hungerskala* ist ein Hilfsmittel, um sich seines Hungergefühls bewusst zu werden und es einzuordnen. Die Skala reicht von 1–10 und ist folgendermaßen eingeteilt:

1 = so starker körperlicher Hunger, dass er fast schmerzhaft ist

2 = sehr starker körperlicher Hunger, der beginnt, schmerzhaft zu werden

3 = starker körperlicher Hunger

4 = schwacher körperlicher Hunger

5 = leicht satt (Es ist noch Platz im Magen (1. Signal in Bezug auf die Sättigung). Bei 5 mit dem Essen aufzuhören bedeutet, dass man nach kurzer Zeit (nach etwa einer Stunde) wieder Hunger hat.)

6 = ich bin satt (2. Signal in Bezug auf die Sättigung)

7 = ich bin sehr satt (3. Signal in Bezug auf die Sättigung)

8 = ich bin voll (unangenehmes Völlegefühl)

9 = ich bin sehr voll (das Völlegefühl beginnt, wehzutun)

10 = ich bin pappsatt (Ich kann mich kaum bewegen. Mein Magen tut mir weh.)

* Der Begriff stammt aus dem Buch „Die Psychodiät“ von Leonard Pearson, Lillian R. Pearson.

Der Begriff „Emotionsfigur“ ist der Oberbegriff für das konditionierte und das verlassene innere Kind.

Demnach sind alle Kritiker, Diktatoren, Verführer und verlassene innere Kinder Emotionsfiguren. Sie haben Dir in Deiner frühesten Biografie dabei geholfen, emotional zu überleben, hindern Dich jedoch jetzt als erwachsene Person daran, in Deine Kraft zu kommen und Deinen Wesenskern zu leben. Sie zeigen sich in allen Lebensbereichen, die in Verbindung mit Stress, Leid oder Unwohlsein zu tun haben – so auch beim emotionalen Essen.

Das verlassene innere Kind (v. i. K.) taucht immer in Verbindung mit mindestens einer der Grundemotionen Traurigkeit, Wut, Angst, Scham oder Ekel auf. Es stellt den Adressaten für die Sätze des konditionierten Kindes (Diktator, Kritiker oder Verführer) dar. 

Dort, wo sich ein konditioniertes Kind zeigt, gibt es demnach immer auch ein verlassenes inneres Kind und umgekehrt.

Wahrnehmen können wir das verlassene innere Kind vor allem durch ein Unwohlsein und/oder Schmerzen in unserem Körper. Es steht für unerfüllte seelische Bedürfnisse und biografische Verletzungen. Immer wenn wir uns als Opfer einer Situation fühlen, sind wir mit einem v. i. K. identifiziert.

Sätze des v. i. K. können zum Beispiel sein:

  • „Ich kann nicht mehr.“
  • „Ich werde es nie schaffen.“
  • „Ich bin so allein.“

Das geliebte Kind umfasst alle Eigenschaften, die wir in unserer Kindheit als erstrebenswert eingestuft haben – z. B. leistungsstark, sympathisch, hübsch, schlank, zuvorkommend, schlau oder fröhlich zu sein.

Aufgrund unserer Erfahrung mit unseren engen Bezugspersonen – wozu auch der Kindergarten und die Schule zählen – sind wir davon überzeugt, dass wir nur dann in Ordnung sind, wenn wir diesem geliebten Kind in uns entsprechen können. Es beinhaltet alle Wunschbilder, wie wir sein wollen. Ziel des geliebten Kindes in uns ist es, durch das Erfüllen von Vorstellungsbildern und Erwartungen unseren Platz in der Welt finden zu können und dadurch Sicherheit zu erlangen.

Alle Diktatoren, Kritiker, Verführer und verlassene innere Kinder, die dazu beitragen, diese Erwartungen erfüllen zu wollen oder erfüllen zu können, fallen unter diesen Begriff.

Das ungeliebte Kind steht für die Persönlichkeitsseiten in uns, die von den Erwachsenen abgelehnt oder für nicht erstrebenswert angesehen wurden – z. B. wenn wir schwach, depressiv, übergewichtig, aggressiv, ängstlich oder neidisch sind. Es steht damit für alles, was wir nicht sein wollen.

Da wir nach dem geliebten Kind in uns streben, fühlen wir uns vom ungeliebten Kind gestört und manchmal auch bedroht. Aufgrund unserer Erfahrung glauben wir, dass es uns daran hindert, in der Gemeinschaft willkommen und dadurch in Sicherheit sein zu können. Deshalb lehnen wir es ab und versuchen, uns so weit wie möglich von ihm zu distanzieren.

Es gibt geduldete ungeliebte Kinder und verbotene ungeliebte Kinder.

Alle Diktatoren, Kritiker, Verführer und verlassene innere Kinder, die dazu beitragen, diese Erwartungen erfüllen zu wollen oder erfüllen zu können, fallen unter diesen Begriff.

Der Diktator ist ein innerer Anteil in Dir und gehört zum konditionierten Kind.

Er definiert, wie die Welt ist, und sagt Dir, wie Du Dich Dir selbst, anderen Menschen und/oder der Welt im Allgemeinen gegenüber verhalten sollst. Er steht für ein Werte- und Normensystem, das Dir in der Regel nicht bewusst ist und welches konträr zu den Bedürfnissen Deines Wesenskerns läuft. Dadurch erzeugt er in Dir ein Unwohlsein, beispielsweise in Form von Druck.

Typische Sätze eines Diktators in Bezug auf Dich als Person sind zum Beispiel:

  • „Du musst leisten!“
  • „Du musst Dich anstrengen!“
  • „Sei brav!“

In Bezug auf die Welt können seine Sätze lauten:

  • „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“
  • „Wer sich auf andere verlässt, ist schon verlassen; vertraue niemandem!“

In Bezug auf das Essen kann ein Diktatorsatz beispielsweise lauten:

  • „Iss schneller!“
  • „Du musst alles aufessen!“
  • „Erst das Hauptgericht, dann der Nachtisch!“

Der Kritiker ist ein Anteil Deines konditionierten Kindes.

Er ist eine Emotionsfigur, die Dich abwertet und verurteilt. Er vergleicht Dich oftmals mit anderen Menschen und lässt in Dir auf diese Weise ein Unwohlsein entstehen.

Typische Sätze eines Kritikers sind:

  • „Du bist fett und hässlich.“
  • „Du wirst es sowieso niemals schaffen.“
  • „Kein Wunder, dass Dich niemand liebt – so wie Du bist/aussiehst/Dich verhältst.“

Auch der Verführer ist Teil Deines konditionierten Kindes.

Er tritt oft einschmeichelnd und/oder scheinbar „vernünftig“ auf. Im Gegensatz zum Kritiker und Diktator erzeugt er ein scheinbares Wohlgefühl, indem er so tut, als wolle und könne er Dich von einer Emotionsspannung befreien. Er gaukelt Dir eine Hinwendung und Aufmerksamkeit für Dich vor und versucht, Dich beispielsweise zum Essen zu verführen, obwohl Du keinen körperlichen Hunger hast. Mit seinen Einflüsterungen hält er Dich in einer Vergangenheits-Schleife – also einem alten Überlebenssystem – fest. So verhindert er, dass Du anhältst, aufwachst, etwas Neues ausprobierst. Gerade deshalb ist es wichtig, ihm nicht zu folgen, sondern ihn zu prozessieren.

Typische Sätze eines Verführers in Bezug auf Emotionales Essen sind zum Beispiel:

  • „Das hast Du Dir jetzt verdient.“
  • „Ach, Du kannst ja auch morgen (mit SuH, der Sprachnachricht, dem Verkörpern …) anfangen.“
  • „Jetzt ist keine Zeit, Du musst erst noch die Wohnung aufräumen/einkaufen gehen/Deine Mutter anrufen. “
  • „Fang doch lieber morgen mit SuH an. Jetzt noch nicht, Du musst erst noch dieses und jenes (z. B. Wohnung aufräumen) erledigen.“

Wenn bei den EssentialCore • Sehnsucht und Hunger - Übungen unser Vater oder unsere Mutter als Diktator, Kritiker oder Verführer auftauchen, sprechen wir von der internalisierten Mutter oder dem internalisierten Vater.

Damit ist gemeint: Die Emotionsfigur, die Du als Deinen Vater oder Deine Mutter in der Übung erkennst, entspricht in erster Linie den Konditionierungen, die Du von Deinem Vater oder Deiner Mutter verinnerlicht hast.

Durch bestimmte Erfahrungen mit Deinen Eltern hast Du bewusst oder unbewusst Konditionierungen in Dir aufgebaut, die nun in Form eines Diktators/Kritikers/Verführers in Dir auftreten.

Die internalisierten Eltern können Sätze oder Eigenschaften der realen Eltern direkt repräsentieren oder aus Erlebnissen, die Atmosphäre mit ihnen betreffend, entstanden sein.

Selbst wenn Deine realen Eltern nicht mehr am Leben sind/wären, würden die verinnerlichten Eltern in Dir dennoch so lange weiterwirken, bis Du sie ausreichend prozessiert hast.

In beiden Fällen ist das Entscheidende, dass sich diese Konditionierungen in Dir zeigen und somit nur von Dir gelöst werden können.

Frage:

Mir ist die Rolle der Prozessbegleitung noch nicht klar. Was genau ist sie und was macht sie?

Marias Antwort:

„Die Prozessbegleitung kann auf unterschiedliche Arten auftreten. Sie ist weit mehr als die analysierende Metaebene und auch mehr als die liebevolle erwachsene Person in uns – obwohl diese Qualitäten Teil von ihr sind. In der emotionalen Selbstbegleitung spielt die Prozessbegleitung die zentrale Rolle. Denn durch die unmittelbare Nähe zur Emotion ermöglicht sie uns eine starke „emotionale Präsenz“, während wir gleichzeitig ausreichend inneren Abstand haben, um nicht von der „negativen“ Emotion übermannt zu werden. Diese Gleichzeitigkeit nenne ich das duale Bewusstsein der Prozessbegleitung.

Wer bereits Erfahrungen mit Achtsamkeitsübungen oder speziellen Meditationsformen sammeln konnte, kennt diesen Zustand auf geistiger Ebene. Was im Augenblick noch abstrakt klingen mag, ist anhand eines Beispiels leichter zu verdeutlichen:

Nehmen wir eine imaginäre Klientin und nennen sie Petra. Petras chronisches Symptom ist „Eifersucht“. Sie weiß bereits, dass es mit einer Angst vor dem Verlassenwerden zu tun hat. Wenn wir uns nun Petras Situation genauer anschauen, erkennen wir zwei voneinander zu trennende Ebenen:

  • die emotionale Ebene, auf der Petra die Verlassenheitsangst direkt fühlen kann, und
  • die geistige Ebene in Petra, die diese Angst innerlich wahrnehmen und auf der sie darüber sprechen kann

Mit einer Achtsamkeitsübung könnte Petra nun trainieren, ihre Angst immer besser auch von der geistig wahrnehmenden Ebene aus zu betrachten. Das heißt, sie könnte zum Beispiel ihre Angst nicht nur direkt in ihrem Körper spüren – sagen, wo und wie sie sie wahrnimmt –, sondern gleichzeitig „von oben“ auf sie draufschauen. Dies wäre für Petra erleichternd, wenn sie auf diese Weise erfahren könnte, dass sie nicht ihre Angst ist, sondern dass sie diese Angst hat. Sie könnte damit Abstand zu ihrer Angst gewinnen und erleben, dass sie mehr ist als ihre Angst. Dies könnte sehr hilfreich und wertvoll für Petra sein.

Leider kann sich ihre Angst so noch nicht lösen, denn ihrem ungeliebten ängstlichen Kind ist damit noch nicht geholfen. Wahrzunehmen, dass sie mehr als ihre Angst ist, ermöglicht ihm noch keine neue Erfahrung. Dafür ist eine innere Begleitung der Angst erforderlich. Die Instanz, die diese emotionale Selbstbegleitung ermöglichen kann, nenne ich „die innere Prozessbegleitung“.

Erst durch die Prozessbegleitung können wir das ungeliebte Kind in uns tatsächlich begleiten und darin unterstützen, eine neue emotionale Erfahrung zu machen. Die angestauten Emotionen – in unserem Beispiel das, was in Petras Biografie beim Entstehen ihrer Angst vor vielen Jahren nicht ausgedrückt werden konnte (zum Beispiel ein Schrei, das Rufen um Hilfe, Weinen usw.) – können sich dann im Rahmen der neuen Erfahrung befreien.

Der entscheidende Unterschied zur ersten Kindheit (biografische Erfahrung) besteht darin, dass wir uns durch die Präsenz der Prozessbegleitung auf emotionaler Ebene nicht mehr isoliert und im Schmerz alleingelassen fühlen, sondern liebevoll begleitet. Es geht dabei nicht um ein blindes Ausagieren (!), sondern um eine wirklich neue Erfahrung. So ermöglicht erst das duale Bewusstsein, das auch die emotionale Ebene miteinschließt, die zweite Kindheit. Es ist das Erleben eines inneren Getragen- und Gehaltenseins, während sich die Emotionsstauung (der Schmerz, die Tränen usw.) lösen kann.

Innerhalb der Prozessbegleitung geben wir dem ungeliebten Kind nichts vor (auch keine Bilder oder gut gemeinten Sätze). Vielmehr erlauben wir dieser Kindseite, seinem eigenen Prozess folgen zu dürfen.

Zurzeit wird von den meisten Psychologen und Psychiatern die Meinung vertreten, man solle sich nicht noch einmal dem Kontakt mit Emotionen aussetzen, denen wir uns bisher hilflos ausgeliefert fühlten. Die Gründe für diese Meinung sind nachvollziehbar. Wenn wir beispielsweise den unaushaltbaren Schmerz von damals in gleicher Form im Hier und Jetzt noch einmal erleben, werden in unserem Gehirn dieselben neuronalen Bahnen bedient wie zu jener Zeit. Dass dies nicht zu einer Befreiung führen kann, leuchtet unmittelbar ein. Aber darum geht es nicht, wenn ich von emotionaler Selbstbegleitung spreche. Denn in den Betrachtungen zu diesem Thema fehlt die Instanz der Prozessbegleitung. Ohne sie ginge es tatsächlich nur um die Wiederholung der ersten Kindheit. Darum darf es natürlich nie gehen!

Erst mithilfe der Prozessbegleitung können sich gestaute Emotionen befreiend lösen. Durch diese neue Erfahrung werden nicht die alten Bahnen im Gehirn vertieft, sondern es werden – wie bei jeder neuen Erfahrung – neue neuronale Bahnen gebildet. Einen alten Schmerz eins zu eins zu wiederholen, ist aus therapeutischer Sicht völlig sinnlos, grausam und hat mit Heilung nichts zu tun. Es gilt, unsere aufgestauten Emotionen auf eine Weise zu begleiten, die uns aus der erlittenen Ohnmachtserfahrung unserer Kindheit in eine gesunde emotionale Selbstermächtigung führen kann.

Wenn Psychologie auf Spiritualität trifft, verbinden damit viele Menschen, dass neben der Psychotherapie das Meditieren im Rahmen des Heilungsweges einen festen Platz erhält. Der Ansatz, von dem ich spreche, geht jedoch darüber hinaus. Denn er lässt Psychologie und Spiritualität nicht nur nebeneinander existieren, sondern schafft zwischen ihnen mit der Instanz der Prozessbegleitung eine direkte Verbindung. Beide Bereiche greifen dann ineinander. Je nachdem, wie stark die eigene Prozessbegleitung ausgebildet ist, können dabei sehr tiefe und berührende Erfahrungen gemacht werden. Ob man diese spirituell nennt oder anders, ist nicht entscheidend.“

Situation:

Ich habe das Gefühl, erst ein paar Kilo abnehmen zu müssen, um dann richtig mit dem SuH - Weg beginnen zu können.

Marias Antwort:

„Wenn Du sehr verzweifelt über Dein Gewicht bist, kann ich gut verstehen, dass ein Verführer oder Diktator in Dir sehr laut wird, der Dir sagt, dass Du erst abnehmen musst, um dann richtig mit dem SuH - Weg beginnen zu können.

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach erlebt, dass Menschen mir sagten, sie müssten erst Gewicht verlieren, um dann ihren eigentlichen Essensheilungsweg gehen zu können und ich kenne nicht einen Fall, bei dem es funktioniert hat.

Der Grund dafür liegt darin, dass der Weg über eine Diät oder ein anderes reglementierendes Programm, um Gewicht zu verlieren, vollkommen konträr zu dem läuft, um was es auf dem Essensheilungsweg eigentlich geht.

Diäten setzen den Grundgedanken voraus, dass das Gewicht die Ursache des Problems ist. Aber genau das ist nicht so. Das Gewicht ist nur die Folge. Wäre Dein Gewicht die Ursache, wäre diese nach einer Gewichtsabnahme beseitigt und der Kampf mit den Pfunden wäre endgültig vorbei. Aber wie viele Diäten hast Du in Deinem Leben bereits gemacht und wie anhaltend war der Erfolg damit? Das Gewicht ist immer nur die Folge davon, dass Dein konditioniertes Kind im Alltag noch zu stark ist und Du als Resultat davon versuchst, die damit einhergehenden Emotionsspannungen (verlassenes inneres Kind) mittels Essen abzudämpfen.

Der Essensdrang ist wie ein Anzeiger, der Dir unbestechlich deutlich macht, wenn Du Dich in Deinem Alltag im Autopilotprogramm des inneren Diktators verloren hast. Essen zu wollen, ohne hungrig zu sein, zeigt Dir an, dass Du an dem Tag zu wenig Liebe für Dich hattest und als Folge davon Dein v. i. K. in Dir schreit.

Wenn Du nicht in Deinem Wohlfühlgewicht bist, bedeutet dies, dass Du auf einer tiefen Ebene noch kein Wohlgefühl mit Dir hast. Oder anders ausgedrückt: Dein Schutzprogramm hat noch zu viel Macht, sodass Du Deinen Wesenskern nicht genug lebst.

Dieses tiefe Unwohlsein hat primär nichts mit dem Gewicht zu tun. Durch eine Gewichtsabnahme sind wir kein neuer Mensch. Alle Konditionierungen (Diktator, Kritiker, Verführer) bleiben bestehen. Ich kenne Menschen, die sich heute Fotos aus Zeiten ansehen, in denen sie aus heutigem Blick schlank waren, sich aber damals als zu dick empfanden. Bei einer Gewichtsabnahme mittels Diät oder auch einer Ernährungsumstellung nehmen wir unser jetziges Innenleben mit.

Dein innerer Kritiker, von dem Du berichtest und der Dir sagt, Du seist zu dick und zu hässlich, wird durch eine Gewichtsabnahme nicht entmachtet, denn Dein Gewicht ist für ihn nur ein Vorwand. Sein eigentlicher Auftrag lautet: „Bring ihn/sie nicht in seine/ihre Kraft (Wesenskern)!

Vor vielen Jahren, als es als Kind für Dich darum ging, Dich Deinem Umfeld anzupassen, war diese biografisches Schutzprogramm sehr sinnvoll. Und es kann sich erst dann lösen, wenn Du Dir auf eine Weise begegnen lernst, die nicht mehr aus Deinem geliebten Kind heraus entspringt.

Wenn Du das Gefühl hast, bestimmte Dinge durch Dein momentan noch höheres Gewicht nicht leben zu können, weil Dein Kritiker noch zu stark ist, würde ich ihn gern fragen: „Was kann er/sie jetzt nicht leben, was aus Deiner Sicht (Kritikersicht) nur lebbar ist, wenn er/sie weniger wiegt?

Lass Dich nicht von ihm beirren. Stell diesem Kritiker Fragen und lausche, was als Antwort in Dir aufkommt. Eine kleinere Kleidergröße bringt Dir nicht mehr Lebensfreude, sondern mehr Lebensfreude bringt Dir eine kleinere Kleidergröße.

Wenn Du eine Diät machst, gibst Du Deinem Kritiker recht und damit auch viel Macht. Du bleibst in der Schleife des geliebten Kindes gefangen und kannst demzufolge dieses tiefe Wohlgefühl, dieses Empfinden des In-sich–selbst-zuhause-seins nicht als Fundament in Dir wahrnehmen.

Dieses Empfinden kann sich nur entfalten, wenn Du eine Lobby für Dein v. i. K. aufbaust und dadurch Schritt für Schritt aus Deinem emotionalen Überlebensprogramm aussteigst. Erst dann kannst Du Deinen Wesenskern mehr und mehr leben, was zu diesem tiefen Wohlgefühl und innerer Entspannung führt.

Wenn ich all dies schreibe, möchte ich keinesfalls Deine Frustration abtun. Im Gegenteil. Ich möchte Dich einladen, dieses v. i. K., das so frustriert ist, durch das Übergewicht nicht genug leben zu können, zu erkunden. Lass es alles sagen, was es sagen oder ausdrücken möchte, stell die kanalorientierten Fragen, damit es präsenter und begleitet werden kann. Versuche, zu erforschen, welche Lebensqualität ihm fehlt, was es im Augenblick noch meint, nur über das Schlanksein zu bekommen.

Wenn Du spürst, dass Du die Grundtools und die Übungen nicht ausreichend anwenden kannst, brauchst Du eine stärkere Unterstützungsstruktur. Wenn Dein innerer Kritiker und Diktator noch zu stark sind, brauchst Du mehr Hilfe.

Den Halt, den Du Dir von der Struktur eines Diätplanes erhoffst, gilt es, Dir mithilfe einer liebevollen Unterstützungsstruktur zu schaffen. Eine Struktur, die eben nicht wie bei einem Diätplan Dein konditioniertes Kind, sondern Deinen Wesenskern stärkt. Eine Struktur, mit der Du Vertrauen aus Dir selbst heraus entwickeln kannst. Nur durch dieses tiefe Vertrauen kann dieses tiefe Wohlgefühl in Dir entstehen, nach dem Du Dich sehnst. Erst wenn Du spürst, Du kannst Dir vertrauen, kannst Du Dich in Dir entspannen. Solange das geliebte Kind zu stark ist (und als Kehrseite davon auch das ungeliebte Kind) kann es keine tiefe innere Entspannung geben und das Wohlgefühl bleibt demzufolge aus. Stärke dieses geliebte Kind nicht durch eine Diät!

Wenn Du spürst, dass Du nicht weiterkommst, musst Du Deine Unterstützungsstruktur erweitern. Eine Möglichkeit, Dir mehr Hilfe zu holen, ist über einen Buddy. Hast Du einen Buddy? Weitere Informationen zum Thema Buddyschaft findest Du unter „Buddy-Arbeit“ im Community-Bereich.

Dieser Weg dauert länger und er verläuft nicht linear. Aber er bringt Dich Dir Schritt für Schritt näher und damit in ein emotional erfüllteres Leben. Wenn Du langsam das Gefühl in Dir entwickelst, dass Dein vermeintlicher Feind (der Essdrang) zu Deinem Verbündeten auf dem Weg zu Dir selbst wird, entsteht eine ungeahnte Freiheit in Dir. Dem Essdrang nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein und ihm folgen zu müssen, sondern stattdessen die Information, für die er steht, empfangen zu können, bringt Dich nach Hause.

Gib nicht auf!

Situation:

Wenn ich mich mir zuwende, stoße ich auf ein verlassenes inneres Kind (v.i.K.), das sehr wütend auf mich ist, weil ich in den letzten Jahren nicht da war.

Marias Antwort:

„Kinder suchen die Schuld für Dinge, die ihnen geschehen in erster Linie bei sich selbst. Der Grund dafür ist, dass sie unbewusst versuchen, eine Handhabe mit der Situation zu finden, in der sie sind. Durch ihre Abhängigkeit vom sozialen / familiären Umfeld können sie nicht wie Erwachsene selbstbestimmt reagieren und gegebenenfalls aus der Situation herausgehen, sondern müssen eine Lösung finden, die ihnen ermöglicht, die Liebe des Umfeldes weiterhin zu erhalten, um emotional überleben zu können.

Aus dieser Situation des Sich-die-Schuld-gebens heraus entstehen viele Kritiker und Diktatoren. Denn die natürliche Wut, die ein Mensch empfindet, wenn ihm eine Ungerechtigkeit widerfährt, kann ein Kind durch die Abhängigkeit vom Umfeld nicht leben und verpackt sie deshalb unbewusst gegen sich selbst, u. a. in Form von Kritikern und Diktatoren.

Die Wut darüber, sich selbst nicht beachtet zu haben, die Du in Deiner E-Mail beschreibst, kommt von einem v. i. K., das verständlicherweise sehr verletzt darüber ist, so lange nicht beachtet worden und isoliert gewesen zu sein.

Da Wut eine sehr mächtige Energie ist, ist es sehr wichtig, diesem v. i. K. erst einmal einen Raum für den Ausdruck seiner Wut zu geben. Ich möchte Dir deshalb als erstes ans Herz legen, das v. i. K. ein paar Minuten zu verkörpern. So bekommst Du innerlich Luft, um Dich anschließend Dir selbst „leichter“ zuwenden zu können.

Da unser Unterbewusstsein keine Zeit kennt, ist die damalige Situation solange im Hier und Jetzt noch existent, solange wir diesem v. i. K. in uns keine Möglichkeit geben, seine Emotionsspannungen zu prozessieren, und ihm dadurch eine neue Erfahrung ermöglichen. Dass sich die Sätze des v. i. K. erst einmal gegen Dich selbst richten, ist bei vielen Menschen anfangs ein Ausgangspunkt, von dem aus sie starten.

Ich möchte Dir empfehlen, das wütende Kind innerhalb der „Kanalübung II“ näher zu erforschen. Dafür finde bitte einen Satz, der die Wut dieses Kindes ausdrückt, z. B: „Du hast mich nicht beachtet, Du hast es so weit kommen lassen!“ und starte mit diesem Satz in die kanalorientierten Fragen.

Vermutlich wirst Du merken, dass die anfänglich gegen Dich gerichtete Wut sich im Laufe des Prozessierens von Dir weg an eine oder mehrere biografische Personen richtet oder auch an das Leben generell. Das Entscheidende ist, dass sich die Wut dorthin begleitend richten darf, wo sie vor vielen Jahren entstanden ist. Nur so kann sich die „Wutschleife“, in der sich dieses v. i. K. befindet, langsam lösen.“

Frage:

„Mein verlassenes inneres Kind (v. i. K.) sagt: „Ich lasse mir das Essen nicht wegnehmen. Ich habe so viel hergeben müssen, alles andere habt Ihr mir genommen. Das Essen nehmt Ihr mir nicht weg!“. Was soll ich ihm denn sagen?“

Marias Antwort:

„Wenn Dein v. i. K. das Gefühl hat, dass das Essen das Einzige ist, was es hat, da ihm alles andere genommen wurde, ist es wichtig, ihm als allererstes deutlich zu machen, dass Du es siehst, fühlst und hörst. Geht dies nicht, weil nicht Deine Prozessbegleitung, sondern ein anderes v. i. K. vorherrschend ist, wäre es wichtig – gemäß der äußersten Zwiebelschicht – Dich diesem Kind zuzuwenden.

Ist es möglich, mit dem Kind in Kontakt zu treten, das am Essen festhält, muss es die Möglichkeit haben, alles sagen und ausdrücken zu können, was es fühlt. Vermutlich wird es viel Schmerz äußern, vielleicht gepaart mit Verbitterung oder Vergeblichkeit. Wenn dieses Kind einen emotionalen Mangel mit essen zu bewältigen versucht, hat es erst einmal ein Recht darauf, in seinem Mangel gewürdigt zu werden. Aber vermutlich ist dieser Mangel nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist, dass etwas in Dir glaubt, dass der Mangel nie aufhören wird. Wenn Du, überspitzt gesagt, wüsstest, dass der Mangel in 23 Tagen aufhört, wäre der jetzige Mangel wahrscheinlich nicht so schlimm.

Wenn Mangel auf eine Art und Weise wehtut, die kraftraubend ist, sind ein versteckter Kritiker und Diktator aktiv, die sagen: „Der Schmerz wird nie aufhören! Du bleibst immer in diesem Mangel, in diesem Schmerz!“ und Du brauchst eine Menge an Essen, um diese brutale Prognose aushalten zu können.

Wenn Dir, wie Du schreibst, viel genommen wurde, ist es vollkommen natürlich, Schmerz zu empfinden und traurig zu sein. Wenn sich aber eine Vergeblichkeit, ein Resigniertsein mit hineinmischt, geht der natürliche Schmerz über das Normale hinaus und macht uns hoffnungs- und hilfllos. Und hier ist wichtig, zu verstehen, dass Du nicht mit einer Hoffnungslosigkkeit oder einem Vergeblichlichkeits-Empfinden geboren wurdest. Die wichtige Frage lautet doch: „Wann kam dieses Empfinden in Dein Leben? Welche Erfahrungen haben dazu geführt, dass sich ein v. i. K. gebildet hat, das nur noch das Essen hat, um mit diesem Schmerz umgehen zu können?

Verlassene innere Kinder, die viel Schmerz erlebt haben, können noch kein Vertrauen in eine andere Person (Prozessbegleitung) haben, denn es sind ja gerade andere Menschen, die ihm Leid zugefügt haben. Das bedeutet, es wird – um seinen Schmerz zu lindern – immer weiter nach Essen schreien. Vertrauen wächst nur über Erfahrung – und wenn Du ihm weiterhin Essen gibst, ohne es dabei zu begleiten, kann es diese Erfahrung nicht machen. Wenn Du ihm aber sein Bewältigungspflaster verbietest, auch nicht.

Dieses Kind braucht Dich. Es kennt keinen Erwachsenen, der ihm ein echtes Daseinsrecht zuspricht. Lerne dieses Kind mithilfe der „Kanalübung II“ kennen. Hilf ihm, eine neue emotionale Erfahrung machen zu können.“

Bei EssentialCore • Sehnsucht und Hunger gibt es verschiedene Körperübungen. Die ersten drei gehören zu den Basis-Übungen.

  • KÜ1 ist eine Bodyscan-Übung.
    Du beginnst, Deinen Körper von innen zu spüren und nimmst wahr, was gerade in ihm präsent ist. Mithilfe der KÜ1 lernst Du, Dich auf einer feinen Ebene zu spüren und entdeckst Deinen Körper als zuverlässigen Verbündeten. Diese Übung dient damit der allgemeinen Schulung Deiner Körperwahrnehmung. Du lernst, Dich von innen zu fühlen, statt entweder nichts zu fühlen oder Dich „nur“ über den Bildkanal zu betrachten. Sollte es Dir zu Beginn schwerfallen, die feineren Signale in Dir zu vernehmen, kannst Du die Körperbereiche, die Du erspüren möchtest, vorher abklopfen. Durch die dadurch erhöhte Blutzirkulation wird dieser Bereich leichter erspürbar.
  • KÜ2 ist eine Übung, bei der Du einem Signal Deines inneren Körpers (z. B. ein Bild, eine Empfindung usw.) einen Satz zuordnest, der das Signal repräsentiert.
    Beispiel: Du hast einen „Kloß“ im Hals. Du spürst in ihn hinein und findest die Worte, die die Körperempfindung des Kloß-Gefühls ausdrücken, z. B.: „Mir ist alles zu viel!“.
  • KÜ3 hilft Dir, im Körper abgespeicherte Blockaden zu prozessieren und sie auf tiefen zellularen Ebenen zu lösen.
    Auch wenn wir manche Ereignisse unserer Biografie aus der bewussten Erinnerung verdrängt haben, war doch unser Körper als zuverlässiger Zeuge bei allen Ereignissen mit dabei. Dadurch fungiert er als unbestechlicher Verbündeter für das, was wir im Laufe unseres Lebens erfahren haben. Bei der KÜ3 überlässt Du durch einen bestimmten Ablauf Deinem Körper die Regie, sodass er innere Blockaden (z. B. innere Unruhe, Schmerzen usw.) prozessieren kann. Da die KÜ3 eine sehr mächtige Übung ist, die traumatherapeutisch in großen Tiefen wirken kann, bedarf sie einer persönlichen Anleitung. Sie wird auf dem Aufbau-Seminar gezeigt.

Das physische Zentrum ist ein wichtiges Kraftzentrum bei jedem Menschen. Es befindet sich einige Zentimeter unterhalb des Bauchnabels.

Für das innere Wohlbefinden und den Aufbau der Prozessbegleitung ist dieser Ort ein sehr wichtiger. Wenn Du dort hineinspürst, ist es entscheidend, dass Du Deine Aufmerksamkeit auf Deine Kraft richtest und wahrnimmst, wie Du die Kraft im physischen Zentrum fühlen kannst: als Kribbeln, als Strömen, als Weite, als Ruhe …

Sich im Laufe des Tages immer wieder auf dieses Zentrum zu besinnen, lässt Dich wieder zu Dir selbst zurückkehren und Deine innere Kraft entfalten.

Die Kanalübung II ist bei EssentialCore • Sehnsucht und Hunger die Übung, die am intensivsten die zweite Kindheit ermöglicht. Sie greift auf der Prozessbegleitungsebene Signale aus dem inneren Körper auf und beginnt, sie kanalorientiert zu prozessieren.

Mithilfe der Kanalübung II können wir unsere unbefriedete Vergangenheit befrieden.

Es braucht Zeit und Geduld, diese komplexe, aber sehr wirkungsvolle Übung zu erlernen.

Die Grundlage ist das Üben und sichere Beherrschen der Kanalübung I. Das stete Wahrnehmen und Prozessieren der eigenen Signale ermöglicht das tiefere Arbeiten mit sich selbst am inneren Körper entlang.

Situation:

„Ich glaube, meine Chefin kommt durch mich in Kontakt mit ihrem v. i. K. Ich versuche, so gut und so viel wie möglich zu arbeiten, damit dies nicht geschieht. Das strengt mich so sehr an.“

Marias Antwort:

„Es kann sein, dass Deine eigene Situation Deine Chefin triggert, aber das spielt keine Rolle, weil sie für ihr v. i. K. selbst verantwortlich ist.

Interessant ist, dass es Dich wiederum triggert und die dazugehörige Frage für Dich ist: „Wem aus Deiner Biografie glaubt Dein v. i. K. beweisen zu müssen, dass es Leistung bringen kann?

Egal, wie viel Lob und Anerkennung wir von außen bekommen: Wenn eine einzige Person, die uns bzw. dem v. i. K. wichtig ist, eine negative Äußerung macht, wiegt dies viel schwerer als alle positiven. Wenn wir uns diesem v. i. K. nicht gewahr sind, ist es verwirrend, weil der erwachsenen Person in uns nicht klar ist, warum speziell diese eine Meinung so viel zählt. Deshalb muss mit dem v. i. K. gearbeitet werden, weil es hier eigentlich um die Anerkennung einer Person aus unserer Vergangenheit geht.

Wenn wir diesem v. i. K. keine neue Erfahrung ermöglichen, werden wir unsere alten Muster immer wieder ins Außen projizieren – also Menschen, die ähnliche Züge haben, wie die uns wichtigen Menschen unserer Vergangenheit, einen starken Einfluss auf unser Wohlbefinden einräumen, obwohl sie dies rational gesehen gar nicht verdienen. Damit steht das v. i. K. immer unter einer Grundspannung.“

Frage:

„Kann es sein, dass ich unbewusst eine Situation mit meinem Mann hervorrufe, die ihren Ursprung in meiner Vergangenheit (meiner Biografie) hat, um sie endlich auflösen zu können?“

Marias Antwort:

„Wir bringen uns manchmal immer wieder unbewusst in Situationen, in denen wir mit einem verlassenen inneren Kind (v. i. K.) in Kontakt kommen.

Fatal ist, wenn wir dies nicht erkennen, weil wir uns dann als Opfer fühlen und ein Vergeblichkeitssatz („Es wird nie aufhören.“) bestärkt wird. Wir selbst rufen Situationen hervor, in denen wir immer wieder dieselben Schwierigkeiten im Beruf – obwohl in unterschiedlichen Firmen – oder mit Menschen, speziell mit unserem Partner, haben. Unsere Sehnsucht ist eigentlich, die Situation aufzulösen und uns zu befreien.

Wenn wir mit diesen Situationen mittels der verschiedenen EC • SuH - Übungen arbeiten, können wir die biografische Wunde bearbeiten, weil wir auf der richtigen Bühne landen und dort den biografischen Verwundungskreislauf unterbrechen können, der dafür sorgt, dass sich das v. i. K. im Hier und Jetzt immer noch verlassen fühlt.

Wenn wir nicht daran arbeiten, bleibt die emotionale Notsituation aus unserer Vergangenheit immer unbewusst präsent und steuert sowohl unsere Wahrnehmung als auch unser Handeln. Wir müssen also zwangsweise die Erfahrung immer und immer wieder durchleben, wenn wir im v. i. K. bleiben und aus ihm heraus leben.

Nur die Prozessbegleitung hat die Fähigkeit, uns aus diesen Situationen endgültig zu befreien, da sie nicht von unserer Biografie geprägt ist. Sie ermöglicht uns, eine neue Erfahrung zu machen.

Frage:

Seitdem ich meinen Essenheilungsweg gehe, spüre ich meinem Mann gegenüber viel mehr Aggressionen. Das macht mir Angst. Was kann ich tun?

Marias Antwort:

„Auf dem Essensheilungsweg kommen wir mit den Emotionsfiguren in Kontakt, die wir uns über das Essen bisher abzudämpfen versucht haben. Da ist es ganz normal, dass wir manchmal irritiert sind und an Grenzen kommen, wenn wir beginnen, das Essen nicht mehr als Abdämpfungsmittel zu nutzen.

Wenn sich eine dieser Emotionsfiguren dadurch äußert, dass Du auf Deinen Mann aggressiv reagierst, ist es wichtig, diese stärker zu erforschen – und zwar losgelöst von Deinem Mann. Plane Dir dafür bitte ein Zeitfenster ein, in dem Du ungestört sein kannst, setze Deine Schlafbrille auf, atme ein paar Mal tief durch, sodass Du Dir Deines Körper stärker gewahr wirst, und begebe Dich innerlich zu einer Szene zurück, in der Du diese Aggression Deinem Mann gegenüber gefühlt hast. Lass diese Szene wie einen Film vor Deinem geistigen Auge entstehen. Wenn Du Dich in diesem Film siehst, frage Dich bitte: „Wie wirkt diese Frau (Du) auf Dich? Wirkt sie nur genervt oder wirkt sie auch noch anders auf Dich (bspw. traurig oder unverstanden)?“

Dann nimm bitte ein Symbol für diese Frau und stelle es vor Dir auf. Wie alt ist diese Emotionsfigur in ihrem Empfinden (so alt, wie Du jetzt bist, oder jünger als Du)?

Wenn die Emotionsfigur ihr Empfinden ganz und gar äußern könnte, was würde sie sagen (lass sie in der Ich-Form zu Dir als Prozessbegleitung sprechen)? Es kann sein, dass sie erst einmal sehr heftige Sätze sagt. Lass sie alles sagen, ohne Schlussfolgerungen daraus ziehen zu wollen oder es zu bewerten. Erst dadurch, dass sie alles sagen darf, kommst Du an die Bühne, um die es dahinter geht.

Vielleicht fühlt sie sich durch Deinen Mann an eine Person aus ihrer Vergangenheit erinnert. Vielleicht ist sie aber auch aggressiv, weil ein innerer Diktator von Dir dafür gesorgt hat, dass Du viele Jahre „Ja“ gesagt hast, wo Du eigentlich „Nein“ meintest.

Sollte ein Diktator im Spiel sein, prozessiere ihn bitte. Was immer es ist, höre der Emotionsfigur (die Frau, die Aggressionen gegen ihren Mann hat) bitte genau zu und lass sie alles sagen.

Begib Dich als Prozessbegleitung in eine Rolle, so als ob Du die aggressive Emotionsfigur nicht kennen würdest, aber mehr über sie und ihre Beweggründe erfahren möchtest. Welche Fragen würdest Du ihr stellen? Wenn Du ihre Beweggründe erfährst, kannst Du auf sie reagieren.“

Frage:

Ich sehne mich nach Menschen, habe aber oft das Gefühl, von ihnen „aufgefressen“ zu werden. Manchmal möchte ich nur höflich sein und keinen weiteren Kontakt, aber man versteht mich falsch und ich muss radikal werden.

Marias Antwort:

„Wenn Du einen Konflikt hast, ist es wichtig, als erstes zu schauen, welche Emotionsfiguren (EF) beteiligt sind und im Zuge dessen zu erforschen, welcher Diktator das Wertesystem vorgibt.

Aus meiner Sicht sind bei dem, was Du in Deiner Mail geschrieben hast, folgende EF involviert:

  • Dein Wesenskern, der gerne in Kontakt mit Menschen ist und Sehnsucht danach hat, in Beziehungen mit Menschen authentisch zu sein, sodass Du Dich nicht kontrollieren musst.
  • Ein Diktator, der von Dir verlangt, Menschen nicht zu verletzen und Dir deshalb sagt, dass Du es allen recht machen musst.
  • Ein verlassenes inneres Kind (v. i. K.), das versucht, dem Diktator zu folgen, und aus dem heraus Menschen gegenüber nett und höflich ist. Damit möchte ich nicht sagen, dass Du nicht auch von Deinem Wesenskern her nett und höflich bist. Solange jedoch der Diktator dies von Dir verlangt, mischt sich etwas anderes mit hinein.
  • Im Zusammenhang mit dem Diktator ein Kritiker, der Dich dafür verurteilt, dass Du dem Diktator nicht folgst und mit Deinem Verhalten Menschen verletzt.
  • Ein v. i. K., das durch den oben genannten Diktator verunsichert ist und nicht weiß, wie es sich grundsätzlich Menschen gegenüber verhalten soll und seine Bedürfnisse einbringen und abgrenzen kann.
  • Ein v. i. K., das den Kontakt mit Menschen als zu anstrengend empfindet, das Empfinden hat, von ihnen „aufgefressen“ zu werden und deshalb, um sich zu schützen, verschwinden will.
  • Eine EF, die an einem Punkt „radikal“ wird, um sich nicht noch stärker zu verlieren (v. i. K, Diktator oder Prozessbegleitung, je nachdem, welche Energie diese Radikalität begleitet).

Dass Du bei all den Spannungen, die aus diesen EF resultieren, in Bezug auf den Umgang mit Menschen irritiert bist, kann ich gut verstehen.

Der Diktator, der bei Dir das Wertesystem (Verhaltenssystem) vorgibt, ist der, der sagt, dass Du Menschen nicht verletzen darfst.

Durch dieses Wertesystem des Diktators hast Du keine Chance mehr, frei auf Menschen zuzugehen und bei Dir zu bleiben. Mit anderen Worten: Durch ihn ist es Dir unmöglich, Dein inneres Kind (Deinen Wesenskern) zu leben und zu entfalten. Durch das Wertesystem dieses Diktators steht der Wert „Du darfst andere nicht verletzen/anderen nicht vor den Kopf stoßen!“ über dem Wert „Spür, was für Dich gut ist, wie es für Dich gut ist und stimme Deine Handlungen danach ab!

Da, wo ein Diktator ist, ist immer auch ein v. i. K. (siehe die v. i. K,. die oben aufgeführt sind). Durch den Diktator wird der Kontakt mit Menschen für mindestens eine EF in Dir sehr anstrengend.

Es ist möglich, dass Du durch diese Konstellation, die Du hast, Menschen gegenüber Doppelsignale aussendest – z. B. indem Du vielleicht über den Freundlichkeitsbereich hinaus unbewusst Signale aussendest, die bei Menschen den Anschein machen, Du hättest ebenfalls Interesse nach mehr Kontakt (das v. i. K., das dem Diktator folgt und der anderen Person Interesse vermittelt: „Siehst Du, wir verstehen uns. Ich zeige Dir, dass ich an Dir interessiert bin, Dich mag und ich Dich deshalb nicht verletzen kann!“) und über das Signal des anderen v. i. K. „Hoffentlich willst Du jetzt nicht mehr Kontakt mit mir!“.

Es wäre fatal, wenn Du jetzt anfangen würdest, diese v. i. K. kontrollieren zu wollen und beispielsweise versuchst, nicht mehr Menschen gegenüber nett zu sein. Das wäre nur ein weiterer Diktator, der Dir Raum nimmt und verhindern würde, dass Du Deinen Wesenskern ausleben kannst.

Was Du brauchst, um aus diesen Kreislauf herauszukommen, ist das Prozessieren dieser EF. Es brauchen nicht alle begleitet zu werden. Wichtig ist, dass Du die EF begleitest, die Dich am stärksten „ruft“. Mache dafür die Übung „Who's in the house“, um herauszufinden, welche EF das ist, und gehe dann mit ihr in die „Kanalübung II“.“

Frage:

Wie kann ich meinem verlassenen inneren Kind gerecht werden, wenn ich viel arbeiten muss (Nachtdienst)? Ich versuche, mir zu helfen, was auch kurzzeitig geht, aber wenn mich etwas beim Dienst sehr mitnimmt, kann ich nur noch mit Essen reagieren.

Marias Antwort:

„Was Du in Deiner E-Mail an mich beschrieben hast, hört sich für mich nach körperlicher Überforderung an (der dritte Nachtdienst und noch Geschwächtsein von einem Infekt). Die erste Frage, die sich mir deshalb stellt ist: „Weshalb arbeitest Du drei Nachtdienste, obwohl Du gesundheitlich noch angeschlagen bist und Du Dich nicht gut damit fühlst? Ist es nicht anders möglich oder war ein innerer Diktator in Dir aktiv?

Bitte verstehe mich nicht falsch – ich kenne Deine Lebenssituation zu wenig und möchte nicht anmaßend klingen –, aber wenn Du drei Nachtschichten angeschlagen arbeitest, die Dich auch ohne Infekt schon sehr anstrengen, fügst Du Dir durch das Arbeiten Gewalt zu.

Sollte an dieser Situation ein Diktator in Dir beteiligt gewesen sein (z. B durch Sätze wie: „Du kannst doch nicht einfach absagen!“), ist es elementar, ihn zu prozessieren (auch noch danach). Allein schon deshalb, weil Du sonst Deine Arbeitszeit mit zu viel innerem Druck beginnst, und sich allein dadurch Emotionsspannungen in Dir aufbauen. Damit verlierst Du von vornherein Lebenskraft und hungerst emotional aus (v. i. K).

Es gibt ein Überfordertsein von einem inneren Diktatorin dem Fall würdest Du auch mit weniger Arbeit viel inneren Druck von ihm empfinden und als Folge dessen auch mit wenig Arbeit einen starken Essdrang verspürenund es gibt ein Überfordertsein von äußeren Umständen z. B. durch ein körperliches Erschöpftsein durch die Arbeitssituation.

Ich hatte Klient*innen, bei denen es in ihrem Beruf üblich war und gefordert wurde, dass sie innerhalb von 8 Stunden nicht eine Minute Pause hatten. Prüfe bitte für Dich, was genau zutrifft. Natürlich könnte es auch eine Kombination aus beidem sein.

Wenn zu viel Gewalt durch körperliche Grenzüberschreitung Deinen Alltag begleitet, ist es wichtig, die grundsätzliche Situation zu betrachten und zu schauen, wie äußerlich etwas zu verändern ist, damit diese Grenzüberschreitung aufhört. Jeder kennt Phasen, in denen wir mal mehr leisten müssen, aber wenn diese Phase ein Dauerzustand ist, ist es wichtig, diesen grundsätzlich zu verändern.

Solltest Du in Lebensumständen sein, die es Dir zurzeit nicht möglich machen, körperlich mehr auf Dich zu achten, ist es enorm wichtig, Dir immer wieder kleine Inseln während Deiner Arbeitszeit zu schaffen, – denn wenn Du viele Grenzüberschreitungen hast, ist es nicht einfach, Deinem v. i. K gerecht zu werden. Du kannst dies z. B. mit den Ressourcenübungen auf dieser Website unter der Rubrik „Übungen tun.

Damit sich Emotionsspannungen und damit der Essdrang jedoch nicht zu stark aufbauen, bedarf es noch mehr.

Grundsätzlich kann man sagen: Das, was inneren Stress aufbaut, ist eine Situation, in der Dein v. i. K etwas aushalten muss. Um zu verhindern, dass es zu diesem Aushalten kommt, ist es sehr wichtig, dass Du in liebevollem Kontakt zu ihm bleibst. Der Kontakt ist das Entscheidende. Sobald dieser Kontakt abbricht, fühlt sich das Kind verlassen und die Emotionsspannung steigt. Es ist wie mit einem realen Kind.

Mein Vorschlag wäre, dass Du Dir ein Symbol für dieses Kind mit zur Arbeit nimmst (z. B. einen weichen Stein – einen Handschmeichler) und ihn in Deiner Tasche bei Dir trägst. Das ist übrigens nicht nur während einer schwierigen Phase hilfreich, sondern grundsätzlich im Alltag. Trete immer wieder innerlich oder auch laut (je nachdem, wo Du bist) in einen Dialog mit diesem Kind. Dadurch fühlt es sich nicht allein.

Wenn Du Dich – wie Du beschreibst – von einem Ereignis während Deiner Arbeit überfordert fühlst, ist es wichtig, währenddessen oder, – wenn das nicht geht – auch danach in einen Dialog mit Deinem Kind zu treten. Es muss zu Dir alles sagen oder auch einfach nur weinen dürfen, damit, das, was gerade sehr belastend für das Kind war, Raum findet. So kann seine Emotionsspannung wieder sinken und Du fühlst Dich wieder ruhig und bei Dir. Wenn Dein Kind sich nicht allein und dadurch auch nicht verlassen fühlt, brauchst Du kein Essen, um die damit aufkommende Spannung abzudämpfen.

Sollte die Spannung zu bereits zu groß sein, verkörpere sie , damit Du aus der Fixierung auf das Essen aussteigen und Abstand gewinnen kannst.“

Frage:

Durch einen Live-Abend mit Dir habe ich verstanden, dass Buddy-Arbeit mehr bedeutet, als sich nur auszutauschen. Kannst Du mir bitte erklären, wie eine andere Unterstützung aussehen und z. B. bei einem akuten Essdrang ablaufen könnte?

Marias Antwort:

„Als erstes möchte ich Euch empfehlen, Euch grundsätzlich nicht nur auszutauschen, sondern darüber hinaus auch aktiv miteinander zu arbeiten. Wenn eine(r) von Euch beispielsweise ein bestimmtes Problem hat (z. B. eine besonders hartnäckige Emotionsfigur, die im Alltag sehr stark ist, oder – wie Du beschreibst – eine(r) von Euch in einer akuten Essdrang-Situation ist), könnt Ihr Euch gegenseitig anrufen und die „Kanalübung II“ vor Eurem Buddy machen. Das bedeutet, dass Du während der „Kanalübung II“ Deines Buddys die ganze Zeit präsent bist und zuhörst. Dein Buddy prozessiert sozusagen vor Dir und beschreibt, was er tut. In dem Fall übernimmst Du die Co-Begleitung und hilfst ihm – wenn er nicht weiterkommt – mit kanalorientierten Fragen, die Dir einfallen und Äußerungen, die Du als Prozessbegleitung sagen würdest. Dein Buddy antwortet Dir dann aus der Sicht seiner Emotionsfigur heraus.

Bei einem akuten Essanfall-Notfall Deines Buddys könnte das dann folgendermaßen aussehen:

Dein Buddy ruft Dich an und sagt Dir, dass er/sie starken Essdruck hat. Genau wie in der Begleitung mit sich selbst, sagt er/sie Dir, was er/sie in seinem/ihrem inneren Körper in dem Moment wahrnimmt und findet einen Satz dazu. Je nachdem, mit welcher Emotionsfigur Dein Buddy in dem Moment identifiziert ist, kann das ein Satz des Verführers, Diktators, Kritikers oder des verlassenen inneren Kindes sein. Dann beginnt Ihr die „Kanalübung II“.

Gerade in einer akuten Situation oder wenn eine(r) von Euch oft zu bestimmten Zeiten Essdruck hat (z. B. am Abend nach der Arbeit), ist eine Buddyschaft besonders wichtig. Statt zu essen, ruft Ihr Euren Buddy an und arbeitet mit ihm. So bekommt Euer v. i. K noch mehr Lobby und die jahrelang andauernde Schutzfunktion des Verführers, Diktators und Kritikers kann gegen eine liebevolle Unterstützung ersetzt werden.

Ziel ist es, dass Du lernst, Dir selbst zu helfen. Aber wenn Du spürt, dass bestimmte Emotionsfiguren sehr stark sind, nutze Deinen Buddy übergangsweise als Hilfe.

Wenn Ihr miteinander arbeitet, legt Euch bitte einen Zeitrahmen fest und haltet diesen unbedingt ein. Es ist sehr wichtig, vorab zu klären, wie viel Zeit zur Verfügung steht, damit Ihr nicht in Stress kommt oder ein Diktator beim Buddy auftaucht wie z. B. „Du musst doch jetzt weiterhelfen. Du kannst ihn/sie doch nicht so stehen lassen!“.

Wenn Dein Buddy Dich in einer akuten Lage anruft (Essdruck) und Du vielleicht nur 5 oder 10 Minuten Zeit hast, ist das besser als nichts. Dann begleitet Ihr Euch 5 oder 10 Minuten. Durch die Zeugenschaft (es gibt einen Zeugen (Dich), der dem Ganzen beiwohnt) gibt Dein Buddy seinem/ihrem Unterbewusstsein eine neue Information. Die Autopilotschleife und die Isolation des v. i. K wird dadurch durchbrochen.

Ich empfehle dieses Miteinander-Arbeiten aber nicht nur in Notfällen, sondern auch sonst in der Woche. So, wie das für Euch zeitlich geht. Beispielsweise könntet Ihr am Telefon eine gemeinsame Essensübung oder andere EssentialCore • Sehnsucht und Hunger - Übungen machen. Auch hier gilt: Legt unbedingt einen Zeitrahmen fest.

Mithilfe Eures Buddys könnt Ihr den Essdruck-Kreislauf leichter durchbrechen. Auf diesem Weg tut Unterstützung gut!“

Frage:

Ich kann körperlichen Hunger nicht von emotionalem Hunger unterscheiden. Was kann ich tun?

Marias Antwort:

„Als erstes möchte ich Dir ans Herz legen, Deinen körperlichen Hunger zu erforschen. Das kannst Du am besten tun, indem Du lange genug wartest, ohne etwas zu essen, und Dir immer wieder Zeit nimmst, in Deinen Körper (vor allem in die Magengegend) hinein zu spüren. Sollte es für Dich schwierig sein, Dich in diesem Bereich zu fühlen, kannst Du beim Hineinfühlen in Deinen Körper ein oder zwei Hände auf Deinen Magen legen oder diesen Bereich abklopfen. So ist diese Körpergegend präsenter wahrnehmbar.

Da Hunger bedeutet, dass der Körper neue Energie in Form von Nahrung braucht, meldet er sich nach einiger Zeit durch bestimmte Anzeichen bei Dir. Warte so lange, bis Du diese Anzeichen eindeutig spürst (das kann manchmal mehrere Stunden dauern). Hunger kann sich beispielsweise durch eine Empfindung ausdrücken, die manche Menschen als „Loch im Magen“ beschreiben, als ein Zusammenziehen des Magens, ein Zittrigwerden im Körper oder ähnliches.

Erforsche Deine Anzeichen sehr genau, damit Du Dich später bei geringerem Hunger an diesen Signalen orientieren kannst. Die Anzeichen für körperlichen Hunger variieren nicht. Das bedeutet, wenn Du einmal herausgefunden hast, wie sich Dein Hunger anfühlt, wird er in der Regel von diesen Empfindungen begleitet sein.

Alles, was dann nicht diesen Anzeichen entspricht, ist emotionaler Hunger.

Beispiel:

Du hast erforscht, dass sich körperlicher Hunger wie ein Loch im Magen anfühlt und spürst einen Appetit auf Schokolade, den Du wie einen Sog im Hals empfindest. Somit ist der Sog im Hals emotionaler Hunger.

Frage:

Kannst Du mir bitte den Unterschied der Körperübungen 1,2 und 3 erklären?

Marias Antwort:

„Bei EssentialCore • Sehnsucht und Hunger gibt es drei Körperübungen.

  • KÜ1 (Körperübung1) ist eine Bodyscan-Übung, die ich manchmal auf dem Basis-Seminar zeige. Sie heißt bei EssentialCore • Sehnsucht und Hunger Körperübung 1, da ich – als ich sie vor vielen Jahren entwickelt habe – nicht wusste, dass es eine Bodyscan-Übung gibt.

    Bei der Übung beginnst Du, Deinen Körper von innen zu spüren, und nimmst wahr, was gerade in Deinem Körper präsent ist. Man könnte sagen, Du lernst, Dich auf einer feinen Ebene wahrzunehmen und Deinen Körper als zuverlässigen Verbündeten zu nutzen für das, wie es Dir geht und nicht, wie es Dir gehen sollte (Diktator). Diese Übung dient der allgemeinen Schulung des Körperwahrnehmung-Kanals. Man lernt, sich von innen zu fühlen, statt entweder nichts zu fühlen oder sich über den visuellen Kanal zu betrachten.

    Bei EssentialCore • Sehnsucht und Hunger gibt es bei dieser Übung verschiedene Übungslevels.

  • KÜ2 (Körperübung 2) ist eine Erweiterung von KÜ1. Neben dem Wahrnehmen, was Du im Spürkanal wahrnimmst, findest Du in dieser Übung einen Satz (Hörkanal), der diese Empfindung ausdrückt.

    Beispiel: Du hast einen Kloß im Hals, spürst in ihn hinein und findest den Satz, der diese Körperempfindung begleitet, z. B.: „Mir ist alles zu viel!“. Du hast also zwei Kanäle (Spürkanal mit Ausrichtung Körperempfindung und den Hörkanal).

  • KÜ3 (Körperübung 3) hilft Dir, im Körper abgespeicherte emotionale Blockaden zu prozessieren und sie auf tiefen Ebenen zu lösen. Jedes Gefühl oder jede Emotion wirkt immer auch auf der mentalen, wie auch auf der körperlichen Ebene. Wir sind als Mensch immer auf unterschiedlichen Ebenen präsent, unabhängig davon, ob wir dieses bewusst mitbekommen oder nicht.

Auch wenn wir manches innerhalb unserer Biografie verdrängt haben, war unser innerer Körper als zuverlässiger Zeuge bei allen Ereignissen dabei und fungiert somit als unbestechlicher Partner für das, was wir im Laufe unseres Lebens erfahren haben – unabhängig davon, ob ein Diktator oder Kritiker dem zustimmt oder nicht.

Innerhalb unserer Lebensgeschichte erleben wir vieles. Da wir uns als Kind nicht vollständig entfalten konnten, führte dies zu seelischem Schmerz, den wir als unausgelebte Emotionen in Form von Blockaden in unserem Körper abgespeichert haben (verlassene innere Kinder). Unser Körper ist immer bestrebt, sich selbst – und damit uns – in eine „Entstauung“ zu bringen. Das bedeutet, ursprünglich versucht er, Spannungen auf dem schnellsten Wege abzubauen. Durch das biografische Schutzprogramm können sich diese Spannungen jedoch nicht lösen. Das ist der Grund, weshalb Erkenntnisse, die wir über uns gewinnen, allein nicht ausreichen, um eine Heilung zu erzielen. Solange der innere Körper nicht miteingebunden ist, bleibt der Ansatz unvollständig.

Die KÜ3 hilft Dir, diese Emotionen auf der Körperebene zu prozessieren. Das bedeutet, Du überlässt innerhalb eines bestimmten Ablaufes Deinem Körper die Regie, sodass er die Blockaden (z. B. innere Unruhe, Schmerzen usw.) lösen kann.

Die KÜ3 dient darüber hinaus dem Aufbau von Urvertrauen, da Du mit ihrer Hilfe lernen kannst, Dich dem Fließen des körpereigenen Prozesses und damit dem Leben generell mehr anzuvertrauen.

Da die KÜ3 eine sehr mächtige Übung ist, die traumatherapeutisch in großen Tiefen wirken kann, bedarf sie einer persönlichen Anleitung. Sie wird auf dem Aufbau-Seminar gezeigt.“

Einen Essanfall zu haben bedeutet:
Du isst, obwohl Du keinen körperlichen Hunger spürst; Du bist also auf der Hungerskala bei 5 oder höher.

Die Menge des Gegessenen spielt dabei keine Rolle.

Es gibt bei Sehnsucht und Hunger fünf Arten von Essdruck. Bei den ersten vier davon kann eine Prozessbegleitung anwesend sein. 
  1. Der gedachte Essdruck
    Er ist eine reine Gewohnheit – das bedeutet, ohne Emotionsfiguren-Spannung. Da keine Emotionsfiguren-Dynamik aktiv ist, ist es leicht, ihm nicht nachzugehen.
  2. Noch nicht sehr starker Essdruck
    Durch seine geringe Stärke fällt es nicht schwer, ihn vor dem Essen durch eine SuH-Übung zu prozessieren.
  3. Starker Essdruck
    Es ist schwierig, ihn vor dem Essen zu prozessieren. Solltest Du emotional essen müssen, hast Du die Möglichkeit eines begleiteten Essanfalls – z. B. durch eine Sprachaufnahme (unter „Community-FAQs“ findest Du unter „Grundlagen“ weitere Informationen dazu). 
  4.  Sehr starker Essdruck
    Ihn zu prozessieren, kann sehr herausfordernd sein. Oftmals geht bei dieser Essdruckstärke kein begleiteter Essanfall mehr. Hier gilt es als Prozessbegleitung den „Schaden“ für Deinen Körper durch alternative Nahrungsmittel in Grenzen zu halten. 
  5. Tranceartiger Essdruck
    Die Prozessbegleitung ist beim emotionalen Essen nicht anwesend. Bei diesem Essdruck bekommst Du nicht mit, dass Du etwas isst. Hier kannst Du Dich nur im Nachhinein über die „Die dritte Chance“ der Emotionsfiguren-Dynamik annähern. 

Wichtige Hinweise:
Es braucht Übung, immer wieder neu zu schauen, welche Essdruckart der Punkte eins bis vier im Moment Deines emotionalen Essdrucks vorhanden ist. Es ist ein „sich herantasten“. Du kannst dabei nichts verkehrt machen!
Die Entscheidung, Dich bei Essdruck Dir zuzuwenden, geschieht so lange über die mentale Ebene der Prozessbegleitung – also gegen das Empfinden der Emotionsfigur, die essen möchte – bis die Prozessbegleitung durch die SuH-Übungen im Laufe der Zeit als „innerer Raum" spürbar wird. Ist dies der Fall, ist es nicht mehr nur eine mentale Entscheidung, sondern ein gespürtes Bedürfnis, Dir in dieser emotionalen Notlage begegnen zu wollen. 
Anfangs braucht es also in den Momenten des Essdrucks ein „Gegen-Dein-Gefühl-handeln müssen“, um überhaupt die Chance zu haben, in einen tieferen Kontakt mit Dir kommen zu können.

Frage:

Obwohl ich keinen Hunger habe, möchte ich Kuchen essen. Warum?

Marias Antwort:

Wenn Du körperlich nicht hungrig bist, ist immer ein verlassenes inneres Kind da, was meint, über Essen etwas zu bekommen, was es auf anderem Wege bisher nicht bekommen kann. Wenn Du essen möchtest, ohne körperlichen Hunger zu haben, gibt es eine Kopplung von Essen und Emotionen. Es ist sehr wichtig, sich diese Kopplung genauer anzuschauen, da ein Nichtessen sonst – wie Du beschreibst – einem Verbot gleichkäme, was früher oder später in einem Essanfall endet und weit weg von dem ist, worum es geht – nämlich Heilung.

Wenn Du das Empfinden von „Ich darf nicht essen!“ hast, ist es wichtig, mit diesem verlassenen inneren Kind in Kontakt zu treten. Wähle dafür bitte ein Symbol für das Kind und stelle es vor Dir auf:

  • Wie alt ist dieses Kind?
  • Frage es bitte, was es mit dem Essen des Kuchens verbindet?
  • Warum möchte das Kind den Kuchen essen?
  • Was kann oder hat das Kind dann, was es jetzt nicht kann oder hat?

Um den Kuchen an sich geht es nicht, denn diesen könnte es auch noch bekommen, wenn es wieder hungrig ist. Wenn Du keinen körperlichen Hunger verspürst, möchte das Kind etwas anderes als das Essen. Es kann aber sein, dass ihm das selbst nicht bewusst ist, da es vielleicht all die Jahre nicht das Primärbedürfnis befriedigt bekommen, sondern nur den Ersatz (Essen) erhalten hat. Wenn dem so ist, kann es sein, dass der Ruf in ihm nach Essen sehr stark ist und Du mit einem starken Essdruck konfrontiert bist.

Vielleicht hat das v. i. K. aber auch aus den Tagen des Diätdenkens noch die Sorge, zu stark reglementiert zu werden, und somit die Nahrung, die es möchte, nicht genug zu bekommen? In dem Fall wäre es wichtig, ihm mithilfe eines Dialogs deutlich zu machen, dass Du als Prozessbegleitung dafür sorgst, dass es, wenn es Hunger hat, das bekommt, was es möchte (die 30 % der 70-30-Regelung bei jeder Mahlzeit). Das v. i. K. braucht dann auf der Feier keinen Kuchen, sondern Vertrauen, dass es den Kuchen auch später noch bekommen kann.

Erforsche Dich bitte auch, ob es irgendwo in Dir noch einen Diktator gibt, der diesem Kind mit einem versteckten Diätdenken Druck macht. Es kann aber auch sein, dass Du im Dialog mit ihm erfährst, dass es in Deinem Leben von etwas anderem zu wenig hat (beispielsweise Genuss) und über „Köstlichkeiten“ versucht, diesen Mangel auszugleichen. Auch hier gilt es, dem v. i. K. zu verdeutlichen, dass es sich nicht mit der Ersatzbefriedigung zufrieden geben muss, sondern von Dir direkt bekommen kann, worum es ihm eigentlich geht.“

Situation:

Ich benötige an unterschiedlichen Tage unterschiedlich viel Essen, bis ich auf eine 6 oder 7 komme, obwohl ich ähnlich sättigende Nahrungsmittel zu mir nehme.

Marias Antwort:

„Für das Phänomen, das Du beschreibst, kann es verschiedene Gründe geben.

Nicht nur unser Stoffwechsel variiert täglich und demzufolge auch unser körperlicher Hunger – an einigen Tagen brauchen wir mehr oder auch weniger Nahrung als an anderen – sondern auch unsere Wahrnehmung für uns selbst ist von Tag zu Tag unterschiedlich.

Abhängig davon, womit wir innerlich oder auch äußerlich an einem Tag beschäftigt sind, kann sich mehr oder weniger stark emotionaler Hunger zu unserem körperlichen Hunger dazu mischen.

Je nachdem, wie trainiert wir darin sind, unseren Körper fein wahrzunehmen, können wir besser oder schlechter wahrnehmen, ob und wenn ja wie stark sich unser emotionaler Hunger mit unserem körperlichen Hunger mischt.

Wenn Du schreibst, dass Du mit ähnlichen Nahrungsmitteln startend von einer 3 auf der Hungerskala unterschiedliche Mengen an Nahrung brauchst, um bei einer 6 oder 7 auf der Skala zu landen, interessiert mich, mit welchen Gefühlen oder Emotionen Du an den jeweiligen Tagen isst. Vielleicht magst Du dies mal beobachten?

Auch mit welchen Nahrungsmitteln wir uns satt essen, ist von Bedeutung in Hinblick auf unser Sättigungsgefühl. Bei einigen Nahrungsmittel signalisiert uns unser Körper nicht nur durch eine Sättigung im Magen, mit dem Essen zu stoppen. So kann eine sehr fettige oder auch sehr zuckerhaltige Mahlzeit in unserem Körper ein Signal von „Stopp!“ hervorrufen, obwohl unser Magen vielleicht noch nicht so gefüllt ist, wie mit einer anderen weniger fettigen/zuckerhaltigen Mahlzeit. Durch das Stoppsignal unseres Körpers fühlen wir uns schneller auf der Hungerskala auf 6, obwohl wir am Vortag vielleicht bei einer ähnlichen Mahlzeit, die nicht so viel (versteckte?) Fette hatte, mehr essen konnten, bis wir bei einer 6 landeten. Erforsche also gern, wie ähnlich die Nahrungsmittel von ihrem Wasser-Fett- und Zuckergehalt sind, die Du vergleichend isst.

Ein anderer Grund für das Phänomen kann sein, dass Du nicht das isst, was für Deinen Körper summt (was Dein Körper braucht). Wenn wir beispielsweise ein Brötchen mit Käse essen, für unseren Körper aber eigentlich etwas Frisches summt, ist es möglich, dass wir uns körperlich satt essen und dennoch ein Gefühl von „Hunger“ in uns bleibt. Unser Körper hat nicht die Nährstoffe bekommen, die er braucht. Wir haben ihm nicht das gegeben, was er an Nahrung benötigte. Das kann leicht dazu führen, das wir vom „unpassenden“ Lebensmittel mehr essen, als wir eigentlich hungrig sind. Mit anderen Worten: Wir spüren eine Sättigung im Magen viel schlechter, da unser Körper (in dem Fall nicht unser Verführer!) „Weiter, ich habe noch nicht bekommen, was ich brauche!“ ruft. Es ist sehr wichtig, genau zu spüren, was für uns summt (Ernährungsinstinkt).

Je nachdem, was wir essen, kann die Nahrung nach dem Essen unterschiedlich im Magen „nachquellen“.

Bei mir „quillt“ die Nahrung grundsätzlich immer etwas nach, aber mir ist aufgefallen, dass konzentriertere Nahrung diese Eigenschaft bei mir stärker fördert und mich darüber hinaus nach dem Essen eher zum Trinken animiert (damit meine ich nicht Alkohol, sondern antialkoholische Getränke) als wasserhaltigere Nahrung. Dadurch kann mein Sättigungsgehalt ebenfalls manchmal noch weiter ansteigen.

Und zu guter Letzt spielt auch die Geschwindigkeit, mit der wir essen, eine entscheidende Rolle, wie satt wir uns fühlen und wie die Nahrung „nachquillt“. Wenn wir zu schnell essen, können wir meinen, auf einer 6 zu sein, und fühlen uns kurze Zeit später auf einer 8.

Ich würde Dich gerne einladen, diese unterschiedlichen Faktoren in Deine Beobachtungen miteinfließen zu lassen, und mir dann zu schreiben, wie es Dir damit geht, um das Phänomen weiter eingrenzen zu können.“

Frage:

Ich habe eine Laktoseunverträglichkeit und kann dadurch nicht essen, worauf ich Lust habe, ohne eine schmerzvolle Konsequenz danach zu tragen. Was kann ich tun?

Marias Antwort:

„Es kommt öfter vor, dass Menschen zu Sehnsucht und Hunger kommen, die eine Lebensmittelunverträglichkeit haben.

Wenn eine Unverträglich gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln bei Dir vorliegt, bedeutet dies, dass es Deinem Körper nicht gut geht, wenn er diese Stoffe aufnimmt (Schmerzen, Blähungen usw.). Es bedeutet auch, dass Dein Körper – Dein Ernährungsinstinkt deshalb ziemlich sicher nicht nach diesem Nahrungsmittel verlangt.

Wenn Du diese Lebensmittel dennoch essen möchtest, ist es wichtig, zu erforschen, was eine bestimmte Emotionsfigur in Dir mit diesen Lebensmitteln verbindet, und was es mit ihr macht, sie nicht essen zu können.

Es gibt ja heutzutage viele gute Ersatzprodukte. Also warum möchte sie gerade das Nahrungsmittel haben, was Deinem Körper Unwohlsein oder sogar Schmerzen bereitet? Es könnte sein, dass Du beim Erforschen dieser Emotionsfigur mit Sätzen wie „Nie bekomme ich das, was ich will!“ oder „Alle anderen haben es leichter als ich!“ (oder ähnlichen Aussagen) in Kontakt kommst.

Versuche herauszufinden, was es mit Dir macht, und prozessiere diese Figur, um die Kopplung zwischen den unverträglichen Nahrungsmitteln und den Emotionen zu entkoppeln. Wenn Dir ein Nahrungsmittel Unwohlsein oder Schmerzen bereitet, ist es ein liebevoller Akt, diese nicht zu Dir zu nehmen (Dir die Schmerzen nicht zuzuführen). Fällt Dir das schwer, schaue bitte mithilfe der „Kanalübung II“, was dahinter steht.

Ich habe sowohl bei mir, als auch bei Klient*innen von mir erlebt, dass sich Unverträglichkeiten auf dem Heilungsweg aufgelöst haben. Der Schlüssel ist immer wieder die Entkopplung von Essen und Emotionen.

Ich würde Dir ans Herz legen, nach einer Weile (vielleicht alle 3 Monate) ein Nahrungsmittel zu Dir zu nehmen, dass Du heute nicht verträgst, um zu schauen, wie es sich auf Deinem Essensheilungsweg dann damit verhält.“

Situation:

„Ich kann mittlerweile meinen Essensdrang im Körper spüren und mit den SuH - Übungen auch gut arbeiten. Manchmal ist der Essdruck jedoch so groß, dass ich nur sehr schwer gegen den Verführer ankomme, der mich zum Essen verleiten will.“

Marias Antwort:

Emotionalem Essen liegt eine Suchtstruktur zugrunde. Das bedeutet, der Sog, etwas zu essen (oder anders ausgedrückt: der Verführer, der Dich zum Essen verleiten möchte) kann manchmal sehr stark sein.

Da das Unwohlsein, welches den emotionalen Essdruck ausgelöst hat, zwar im Körper beheimatet, die Verführung jedoch auf dem Gedankenkanal zu finden ist (beispielsweise in Form von Sätzen wie: „Der Tag war so hart. Die Schokolade hast Du Dir jetzt wirklich verdient!“ oder „Du kannst doch morgen damit anfangen, Dich um Dein Essproblem zu kümmern!“), kann es sehr hilfreich sein, den Kanal zu wechseln, um aus dieser „hypnotisierenden Wirkung“ herauszukommen.

Das bedeutet, dass Du bei einem Essdruck beispielsweise laut „Stopp! Schluss jetzt!“ rufen kannst. Rufe oder schrei es mit Kraft, das ist wichtig! Du stellst sozusagen der Verführungskraft (dem Verführer) eine andere Kraft gegenüber. Durch das Schreien aktivierst Du den Hörkanal. Das Schreien hilft Dir aus der „hypnotioschen Wirkung“ des Verführers aufzuwachen. Dadurch nimmst Du dem inneren Verführer das Steuer aus der Hand und kannst ihn dann im nächsten Schritt mithilfe der SuH - Übungen prozessieren. Solltest Du nicht alleine sein und deshalb nicht laut rufen können, kannst Du auch innerlich „Stopp!“ schreien. Wichtig ist, dass der Gedankenstrom des Verführers unterbrochen wird und Du das Steuer wieder übernehmen kannst.

Frage:

Kann es bei SuH einen JoJo-Effekt geben?

Marias Antwort:

„Aus meiner Erfahrung verschwindet körperlicher Hunger nicht einfach wieder, nachdem er sich einmal gemeldet hat. Es ist aber oft so, dass wir ihm nicht sofort nachgehen und ihn stillen, sondern uns mit etwas anderem ablenken: abwaschen, staubsaugen oder Büroarbeit, vielleicht noch schnell ein Telefonat erledigen.

Wenn sich auf der körperlichen Ebene, im Körperwahrnehmungs-Kanal, Hunger meldet und wir uns mit etwas anderem beschäftigen, können wir auf dem „Kanal, auf welchem er sendet, gerade nicht empfangen“. Dann bekommen wir häufig erst ab einen bestimmten Punkt mit, nämlich wenn unser Körper schon sehr laut nach Nahrung ruft, dass wir einen „Bärenhunger“ haben.

Nur sind wir dann häufig auf der Hungerskala schon zu weit unten, nämlich bei 1 oder 2, was unser Körper als Stress empfindet, und die Gefahr eines Essanfalles ist damit sehr groß –  zumindest so lange, wie die Kopplung von Emotionen und Essen noch stark vorhanden ist.

Meine Erfahrung ist, dass körperlicher Hunger mit zunehmender Zeit immer mehr wird, während emotionaler Hunger kommt und geht. Der Essdruck, den viele Menschen spüren, indem sie beispielsweise sagen, „Ich hab so einen Hunger!“, ist häufig kein körperlicher, sondern ein emotionaler Hunger.

Handelt es sich aber tatsächlich um körperlichen Hunger, unterscheidet der Körper verschiedene Level. Auf der Hungerskala 3 und 4 signalisiert dir dein Körper Hunger, aber er gerät noch nicht in eine Unterversorgung, die ihn stresst. Hält diese Unterversorgung jedoch zu lange an, schaltet der Körper tatsächlich auf ein Notprogramm, weil er ja nicht weiß, wie lange diese Essensreduktion andauern wird. Das heißt, er richtet sein System auf Notversorgung ein. Nehmen wir dann wieder Nahrung auf, versucht er, diese als Depot anzulegen, um für die nächste Notversorgung gerüstet zu sein. Das nennt man JoJo-Effekt.

Wenn man nach einer längeren Hungerphase wieder isst –  auch wenn es keine große Menge ist –,  nimmt man schneller zu, weil der Körper immer noch denkt, die Notzeit sei noch da und er müsse sich ein Vorratsdepot anlegen, um sich zu versorgen und das Laufen seines Systems zu sichern.

Bei SuH kann das nicht passieren. Wir kommen nicht in einen JoJo- Effekt hinein, weil wir den Körper nicht –  wie bei einer Diät –  in einen andauernden hungerbedingten Stress kommen lassen.

Nicht ein Plan gibt uns vor, wie viele Stunden wir nichts essen sollten, sondern unser Körper selbst sagt uns, wann er etwas braucht und wann er genug hat.

Darüber hinaus mache ich auch immer wieder eine andere Erfahrung, als die, die in der Medizin vertreten wird. Man sollte ja meinen, dass übergewichtige Menschen einen sehr großen Magen haben und demzufolge auch sehr große Mengen an Essen benötigen, bis der Magen gefüllt ist. Ich arbeite schon seit Jahren mit teilweise sehr stark übergewichtigen Menschen und kann dies nicht bestätigen. Gerade sehr stark übergewichtigen Menschen sind immer wieder selbst sehr erstaunt – häufig zum ersten Mal auf den Seminaren –  wie wenig Nahrung sie tatsächlich benötigen, bis ihr Körper ihnen signalisiert, dass er satt ist, wenn sie also nur gemäß ihres körperlichen Hungers essen und nicht aufgrund ihres emotionalen Hungers.

Wo sie vielleicht morgens früher vier oder fünf Brötchen gegessen hätten, essen sie plötzlich nur eins oder zwei. Und sie sind satt! Das bedeutet, es gibt ein ganz natürliches Empfinden von satt sein, welches nicht zwangsweise an das Gewicht gekoppelt ist, was sie haben.

Die übergewichtigste Frau, mit der ich gearbeitet habe, wog anfangs knapp 200 Kilo, bei einer Größe von 1,65 m. Auch sie war selbst total überrascht, wie wenig ihr Körper eigentlich braucht. Als sie begonnen hat, wirklich auf ihren körperlichen Hunger zu hören und nur so viel zu essen, bis sie körperlich satt war, begann sie schnell, an Gewicht zu verlieren ohne zu hungern und ohne Verbote.

Wenn wir unserem Körper Nahrung geben, wenn er hungrig ist, aufhören, wenn er satt ist und im Zuge dessen die problematische Kopplung von Essen und Emotionen durch die SuH - Übungen lösen, führt uns unser Körper in sein natürliches Gewicht. Dabei gibt nicht der Kopf das Tempo vor, sondern unser Körper. Er versucht in sein natürliches Gewicht zu kommen, wenn wir ihn lassen.

Unser Körper braucht nur wenig an Nahrung und bei SuH kann man lernen, das zu erspüren und von emotionalem Hunger zu unterscheiden. Der Körper ist satt, aber etwas in uns will noch weiter essen. Dieses „Etwas“ – also den emotionalen Essensdrang –  gilt es als Wegweiser zu nutzen, um an die tieferliegenden Gefühlsfiguren ranzukommen, mit ihnen zu arbeiten. Um Emotionsspannungen, die mit Essen überlagert und abgedämpft werden sollen, zu prozessieren.

Durch die Arbeit mit dem inneren Körper stellt sich bei SuH das natürliche Hunger-und Sättigungsgefühl wieder ein und Du wirst im Laufe der Zeit ein immer besseres Gespür dafür bekommen, was Dein Körper an Nahrung wirklich braucht.“