Beispiel 2: Kann eine Situation aus der Vergangenheit eine Situation in der Gegenwart beeinflussen?

Frage:

„Kann es sein, dass ich unbewusst eine Situation mit meinem Mann hervorrufe, die ihren Ursprung in meiner Vergangenheit (meiner Biografie) hat, um sie endlich auflösen zu können?“

Marias Antwort:

„Wir bringen uns manchmal immer wieder unbewusst in Situationen, in denen wir mit einem verlassenen inneren Kind (v. i. K.) in Kontakt kommen.

Fatal ist, wenn wir dies nicht erkennen, weil wir uns dann als Opfer fühlen und ein Vergeblichkeitssatz („Es wird nie aufhören.“) bestärkt wird. Wir selbst rufen Situationen hervor, in denen wir immer wieder dieselben Schwierigkeiten im Beruf – obwohl in unterschiedlichen Firmen – oder mit Menschen, speziell mit unserem Partner, haben. Unsere Sehnsucht ist eigentlich, die Situation aufzulösen und uns zu befreien.

Wenn wir mit diesen Situationen mittels der verschiedenen EC • SuH - Übungen arbeiten, können wir die biografische Wunde bearbeiten, weil wir auf der richtigen Bühne landen und dort den biografischen Verwundungskreislauf unterbrechen können, der dafür sorgt, dass sich das v. i. K. im Hier und Jetzt immer noch verlassen fühlt.

Wenn wir nicht daran arbeiten, bleibt die emotionale Notsituation aus unserer Vergangenheit immer unbewusst präsent und steuert sowohl unsere Wahrnehmung als auch unser Handeln. Wir müssen also zwangsweise die Erfahrung immer und immer wieder durchleben, wenn wir im v. i. K. bleiben und aus ihm heraus leben.

Nur die Prozessbegleitung hat die Fähigkeit, uns aus diesen Situationen endgültig zu befreien, da sie nicht von unserer Biografie geprägt ist. Sie ermöglicht uns, eine neue Erfahrung zu machen.