Beispiel 4: Der Essdruck ist zu groß, um dagegen anzukommen.

Situation:

„Ich kann mittlerweile meinen Essensdrang im Körper spüren und mit den SuH - Übungen auch gut arbeiten. Manchmal ist der Essdruck jedoch so groß, dass ich nur sehr schwer gegen den Verführer ankomme, der mich zum Essen verleiten will.“

Marias Antwort:

Emotionalem Essen liegt eine Suchtstruktur zugrunde. Das bedeutet, der Sog, etwas zu essen (oder anders ausgedrückt: der Verführer, der Dich zum Essen verleiten möchte) kann manchmal sehr stark sein.

Da das Unwohlsein, welches den emotionalen Essdruck ausgelöst hat, zwar im Körper beheimatet, die Verführung jedoch auf dem Gedankenkanal zu finden ist (beispielsweise in Form von Sätzen wie: „Der Tag war so hart. Die Schokolade hast Du Dir jetzt wirklich verdient!“ oder „Du kannst doch morgen damit anfangen, Dich um Dein Essproblem zu kümmern!“), kann es sehr hilfreich sein, den Kanal zu wechseln, um aus dieser „hypnotisierenden Wirkung“ herauszukommen.

Das bedeutet, dass Du bei einem Essdruck beispielsweise laut „Stopp! Schluss jetzt!“ rufen kannst. Rufe oder schrei es mit Kraft, das ist wichtig! Du stellst sozusagen der Verführungskraft (dem Verführer) eine andere Kraft gegenüber. Durch das Schreien aktivierst Du den Hörkanal. Das Schreien hilft Dir aus der „hypnotioschen Wirkung“ des Verführers aufzuwachen. Dadurch nimmst Du dem inneren Verführer das Steuer aus der Hand und kannst ihn dann im nächsten Schritt mithilfe der SuH - Übungen prozessieren. Solltest Du nicht alleine sein und deshalb nicht laut rufen können, kannst Du auch innerlich „Stopp!“ schreien. Wichtig ist, dass der Gedankenstrom des Verführers unterbrochen wird und Du das Steuer wieder übernehmen kannst.